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Merken   Drucken   20.01.2012, 13:13 Schriftgröße: AAA

Festnahme von Kim Schmitz: Der Megaupload-Megamann

Sein Leben besteht aus Ankündigungen. Gern umgibt sich Kim Schmitz mit jungen Frauen, protzt mit schnellen Autos und großen Villen. Und erneut gerät er mit den Behörden in Konflikt. Schmitz ist einer der schillerndsten und umstrittensten Computerfreaks Deutschlands.
© Bild: 2012 AFP/TV3
Sein Leben besteht aus Ankündigungen. Gern umgibt sich Kim Schmitz mit jungen Frauen, protzt mit schnellen Autos und großen Villen. Und erneut gerät er mit den Behörden in Konflikt. Schmitz ist einer der schillerndsten und umstrittensten Computerfreaks Deutschlands. von Andreas Albert 
Es ist ein bekanntes Bild: Der übergewichtige Mann, der vor einem Bezirksgericht in Auckland erscheint, hat sich äußerlich kaum verändert. Nur der Name ist ein anderer. Statt Kimvestor oder Kimble firmiert er derzeit unter dem Namen Kim Dotcom oder Kim Tim Jim Vestor. Die neuseeländischen Behörden hatten ihn auf Geheiß des FBI festgenommen.
Mit seinem Imperium, zu dem neben Megaupload.com auch Domains wie Megaporn.com und Megarotic.com gehören, wollte er - wie schon so oft - eine Revolution anzetteln. Diesmal machte sich Schmitz daran, den Unterhaltungsmarkt im Internet umzukrempeln. Und erneut landete er am Rande der Legalität.
Kim Schmitz 2001 in der Harald-Schmidt-Show

Kim Schmitz 2001 in der Harald-Schmidt-Show
Auf die Tauschbörse wurden den Vorwürfen der US-Behörden zufolge in großem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher hochgeladen. Dies geschah laut den Behörden mit Wissen der Betreiber.
Mehr als 50 Millionen Nutzer sollen täglich ihre Daten auf der Plattform getauscht haben. Megaupload habe damit mehr als 175 Mio. Dollar illegalen Gewinn gemacht und den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich über 500 Mio. Dollar zugefügt, teilte das Justizministerium mit. Ein weiterer Vorwurf lautet auf Geldwäsche.
Der Schlag gegen Megaupload.com ist ...

 

Der Schlag gegen Megaupload.com ist ...

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Megaupload hatte in der Vergangenheit immer wieder zurückgewiesen, dass das Angebot vor allem dem illegalen Austausch von geschützten Inhalten diene. Rechteinhaber hätten die Möglichkeit, Verstöße gegen das Urheberrecht zu melden und die fraglichen Dateien löschen zu lassen.
In einem Musikvideo von zweifelhafter Qualität lässt Schmitz Stars der US-Musikbranche für seinen Dienst werben. Dabei spannt er Kanye West, P. Diddy, Will.i.am, Snoop Dogg und Alicia Keys ein. Die sagen in dem Video nicht viel mehr, als dass sie Megaupload mögen - ähnlich wie sie Radiosender bewerben würden. Schmitz sampelt die kurzen Clips zum "Megaupload Mega Song" und tritt darin selbst kurz auf.
Die Universal Music Group ließ das Stück auf Youtube sperren und sorgte damit für Aufsehen: Schmitz ging gegen die Sperrung vor und gewann, der Clip war auf der Videoplattform wieder abrufbar und viele Medien stürzten sich auf die Posse.
Immer wieder gelang es Schmitz sich mit zweifelhaften Aktionen in Szene zu setzen. Seinen letzten großen Auftritt in Deutschland hatte er in der Krisenzeit des Neuen Marktes, als er 2001 ankündigte, den kriselnden Internethändler Letsbuyit.com mit einem Millionenbetrag unterstützen zu wollen. Wie so oft in seinem Leben blieb es bei der Ankündigung. Die hatte allerdings den Kurs des Unternehmens in die Höhe getrieben und Schmitz konnte seine Anteile gewinnbringend verkaufen. Letsbuyit.com musste Insolvenz anmelden.

Teil 2: Bewährungsstrafe und neue Ankündigungen

  • FTD.de, 20.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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