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Merken   Drucken   20.01.2012, 10:16 Schriftgröße: AAA

Internet-Piraterie: Cyberwar um Datenplattform Megaupload.com

Die US-Behörden ziehen dem Datenspeicherdienst den Stecker. Der Vorwurf: umfangreiche Urheberrechtsverletzungen. Festgenommen: der berühmt-berüchtigte Dotcom-Investor Kim Schmitz. Internetaktivisten schlagen zurück.
© Bild: 2012 Reuters/HANDOUT
Die US-Behörden ziehen dem Datenspeicherdienst den Stecker. Der Vorwurf: umfangreiche Urheberrechtsverletzungen. Festgenommen: der berühmt-berüchtigte Dotcom-Investor Kim Schmitz. Internetaktivisten schlagen zurück.
Schlagabtausch im Netz: Nachdem die US-Behörden die Datentausch-Plattform Megaupload dichtgemacht haben, haben Netzaktivisten für Stunden die Websites von FBI und Justizministerium lahmgelegt. Am frühen Freitagmorgen deutscher Zeit gingen sie wieder. Die ebenfalls angegriffenen Internet-Seiten des amerikanischen Musikindustrie-Verbandes RIAA und des Musik-Marktführers Universal Music Group waren hingegen immer noch offline.
Die Hacker greifen an   Die Hacker greifen an
Die US-Behörden werfen der geschlossenen Plattform Megaupload Urheberrechtsverletzungen in großem Stil vor. Sieben Verdächtige wurden angeklagt, darunter auch der berühmt-berüchtigte Internetinvestor Kim Schmitz, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und schon zu Zeiten der Dotcom-Blase mit einem ausschweifenden Lebensstil den Weg auch in die bunten Blätter fand.
Schmitz habe inzwischen seinen Namen geändert und nenne sich nun Kim Dotcom, teilten die Behörden mit. "Auch bekannt als Kim Tim Jim Vestor", zählte das Justizministerium auf. Der 37-Jährige, der auch die finnische Staatsbürgerschaft besitzt, lebte demnach zuletzt in Hongkong und Neuseeland.
"Anonymous geht auf Rachefeldzug für Megaupload"
Nachdem die US-Behörden am späten Donnerstag den Schlag gegen Megaupload meldeten, schwor die berüchtigte Hackergruppe Anonymous Vergeltung. "Anonymous geht auf Rachefeldzug für Megaupload", posteten die Hacker per Kurznachrichtendienst Twitter. Sie drohten, unter anderem die Website der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums vom Netz zu nehmen - und tatsächlich waren die Adressen Minuten später eingeschränkt zu erreichen. Anonymous dürfte dabei zu sogenannten DDOS-Attacken gegriffen haben, bei denen ein Web-Server mit Datenanfragen überhäuft wird, bis er unter dieser Last in die Knie geht.
Bei Megaupload konnten Daten aller Art hochgeladen werden. Nach den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch in großem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher. Den Vorwürfen zufolge geschah dies mit Wissen der Betreiber. Megaupload habe mehr als 175 Mio. Dollar illegalen Gewinn gemacht und den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich über einer halben Milliarde Dollar zugefügt, teilte das Justizministerium mit. Ein weiterer Vorwurf lautet auf Geldwäsche.

Teil 2: Großrazzia in Neuseeland

  • dpa, 20.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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