Als Reaktion auf den Hacker-Angriff auf Kunden von Sonys Spielekonsole Playstation verklagte ein Playstation-Besitzer in den USA das Unternehmen auf Schadenersatz. Kristopher Johns aus Birmingham im US-Staat Alabama reichte beim Bezirksgericht in San Francisco eine Klage ein, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Dabei handelt es sich um eine Sammelklage - bei einem Schuldspruch hätten alle 77 Millionen Inhaber von Nutzerkonten die gleichen Ansprüche gegenüber Sony, auch wenn sie selbst nicht geklagt haben sollten.
Johns verlangt Schadenersatz für den Fall des Missbrauchs von Kreditkartendaten sowie für den Ausfall der Online-Dienste nach dem Hacker-Einbruch. Außerdem fordert er, dass gegen Sony eine Geldstrafe verhängt wird.
Im amerikanischen Parlament wurde eine Untersuchung des Falles gestartet, und mehrere US-Staatsanwälte haben sich des Themas angenommen. Aktien von Sony gaben am Donnerstag in Tokio um 4,5 Prozent nach. Seit Wochenbeginn sind es nun schon beinahe neun Prozent.
"Nutzer der Spieleplattform sind sauer, dass Sonys Chef keine Stellung bezogen hat, und Investoren sind enttäuscht über das Verhalten des Unternehmens", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Fondsmanager in Taiwan, der Anteilsscheine des japanischen Unternehmens im Depot hat. Weder Konzernlenker Howard Stringer noch der zweite Mann im Konzern, Kazuo Hirai, sagten bisher öffentlich etwas zu dem Skandal.
Zwei Tage nach Bekanntwerden des Hackerangriffs wird deutlich, zu was für einem Problem sich der Diebstahl von Kundendaten bei Sony auswachsen kann. Zusätzlich zu den Kosten für die Aufklärung des Vorfalls und den Umsatzeinbußen wegen der vorübergehend abgeschalteten Dienste dürften auch Rechtsstreits die Finanzen des Unternehmens belasten.
Schon der Hacker-Angriff an sich hat gigantische Ausmaße. Kriminelle kopierten vergangene Woche Daten von rund 77 Millionen Nutzerkonten, darunter Namen und Adresse der Anwender, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse, Nutzername und Passwort.
Betroffen waren die Onlineplattform Playstation Network (PSN) für Konsolenbesitzer und der Musik- und Videodienst Qriocity. "Es ist möglich, dass auch Kreditkartennummern (ohne Sicherheitscode) und Ablaufdatum erlangt wurden", schrieb der Konzern auf seiner Internetseite. Millionen Menschen dürften in der nächste Zeit ihre Kreditkartenabrechnungen noch genauer kontrollieren als üblich.