Ein Mobiltelefon auf einem Schreibtisch im Büro
Ein rotes Licht am Blackberry zeigt, dass da noch eine E-Mail wartet. Könnte dringend sein. Also müssen das Abendessen oder der Plausch mit Freunden warten.
Fließende Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit? Ständige Erreichbarkeit? Dem Betriebsrat bei
Volkswagen geht das zu weit. Die Arbeitnehmervertretung hat erwirkt, dass bei Firmen-Blackberrys künftig nach Feierabend die E-Mail-Funktion abgeschaltet wird. Telefonate sind mit dem Gerät weiter möglich.
Die Betriebsvereinbarung betrifft über 1100 VW-Mitarbeiter, die einen Firmen-Blackberry besitzen und für die ein Tarifvertrag gilt. 30 Minuten nach Ende der Gleitzeit wird der Server von VW keine Mails mehr an das Handy senden. Die Funkstille wird erst eine halbe Stunde vor Beginn des nächsten Arbeitstags aufgehoben.
"Die neuen Möglichkeiten der Kommunikation bergen auch Gefahren", sagte VW-Betriebsrat Heinz-Joachim Thust der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung". Ob andere deutsche Konzerne mit starker Gewerkschaftspräsenz ähnliche Schritte planen, ist nicht bekannt. Thust sagte, die Vereinbarung sei bislang sehr positiv aufgenommen worden.
Ein Sprecher des VW-Betriebsrats sagte, die Regelung betreffe nicht das obere Management oder außertariflich bezahlte Mitarbeiter.
Mit dem Abkommen will der VW-Betriebsrat auf die bundesweit geführten Debatten über das zur Volkskrankheit werdende Burnout-Syndrom reagieren. Smartphones wie der Blackberry sorgen für ständige Erreichbarkeit und erhöhen damit die Belastung der Arbeitnehmer.