Merken
Drucken
14.11.2010, 15:00
Schriftgröße: AAA
Unternehmensberatung:
Beratungsfirmen liebäugeln mit Fusionen
Die Beraterbranche steht unter Konsolidierungsdruck - Firmenhochzeiten stehen an. Dabei haben auch Beratungsfirmen mit den gleichen Problemen wie viele ihrer Kunden zu kämpfen. Aber es gibt auch alternative Wege.
von Axel Gloger
In diesem Sommer sorgte eine Nachricht für Aufregung in der Branche: Zwei Großberater gehen zusammen, Booz & Company und A.T. Kearney wollten gemeinsam das drittgrößte Beratungsunternehmen der Welt bilden. Damit hätte die Consultingindustrie das gehabt, was anderswo bereits gang und gäbe ist - eine Megafusion.
Klaus-Peter Gushurst: "In der Beratungsbranche werden Marktanteilskämpfe geführt"
Zwar wurde die Firmenhochzeit wegen nicht zusammenpassender Vorstellungen für die gemeinsame Zukunft kurzfristig abgesagt. Doch die Strategie A schluckt B steht in den Chefetagen der Beratungshäuser derzeit ganz oben auf der Agenda. Einen der Gründe nennt Thomas Lünendonk, Analyst der Branche: "Consulting ist eine reife Industrie, die jetzt das nachvollzieht, was in anderen Branchen schon Alltag ist."
Was reif in diesem Fall heißt, erläutert Klaus-Peter Gushurst, Partner und langjähriges Board-Mitglied bei Booz: "Die Branche wächst weltweit nur noch moderat. Das schafft Konsolidierungsdruck." Seit ein zweistelliges Umsatzplus für die Beratungsunternehmen nicht mehr zur Routine gehört, müssen sie sich mit Themen befassen, die sie bisher nur aus dem Alltag ihrer Kunden kennen: Marktanteilskämpfe, heftige Konkurrenz um jeden Abnehmer, Preisverfall. "Es werden derzeit viele Gespräche geführt", sagt Gushurst über den Markt.
Dass das Thema Beraterfusionen heiß ist, zeigen die vielen Gerüchte, die heute weitergereicht und morgen wieder dementiert werden. "Kein Kenner des Marktes wird überrascht sein, wenn die nächste Hochzeit gemeldet wird", sagt Analyst Lünendonk. Mittels einer Großfusion können die beteiligten Unternehmen etliche Synergien heben. Teure Filialnetze ließen sich zusammenlegen, Fixkosten von Research und Dokumentation mit einem größeren Umsatz amortisieren. Auch auf der Marktseite brächte eine Fusion Vorteile. "Neue Themen erschließen, neue Kunden gewinnen, neue Werkzeuge verfügbar machen", erläutert Lünendonk die treibenden Kräfte.
Teil 2: Auslandsmärkte werden strategisch erschlossen
-
FTD.de, 14.11.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
Bookmarken
Drucken
Senden
Leserbrief schreiben
Fehler melden