Energiewirtschaft:Europa braucht 1000 Mrd. Euro für Energienetze
In der Europäischen Union müssen nach Ansicht der EU-Kommission in den nächsten zehn Jahren 1000 Mrd. Euro in die Stromnetze investiert werden.
von Peter EhrlichBrüssel
Dies sei nötig, um den Binnenmarkt beim Strom zu verwirklichen und Strom aus erneuerbaren Energien zu integrieren, heißt es im Energiekonzept, das die Kommission am Dienstag beschließen will. Mit der von Energiekommissar Günther Oettinger ausgearbeiteten Strategie sollen die Klimaziele der Union gefördert werden.
EU-Energiekommissar Günther Oettinger
Nach Ansicht der Kommission fehlen derzeit die technischen Voraussetzungen, damit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne in ausreichenden Mengen zu den Verbrauchern gebracht werden können. "Die heutigen Netze können die Menge an Strom aus erneuerbaren Energien nicht aufnehmen, die die Ziele für das Jahr 2020 implizieren", heißt es im Entwurf für den Kommissionsbeschluss, der der FTD vorliegt.
Beim Strom wird dann mit einem Anteil von 33 Prozent aus erneuerbaren Quellen gerechnet. Um das möglich zu machen, müssten die Staaten mehr tun, um sichere und attraktive Investitionsbedingungen für Kraftwerke, Netze und Stromspeicher zu schaffen. Den größten Teil der Investitionen müssten die Stromversorger und andere Privatfirmen leisten. 2011 will die EU einen Plan für die strategische Energieinfrastruktur vorlegen. Solche Projekte des "europäischen Interesses" müssten dann auch vorrangig genehmigt werden.
Oettinger sagte der "Frankfurter Rundschau", er sehe Vorteile in einer möglichst zentralen Verantwortung für die Netze. "Das Beste wäre, wir hätten einen einzigen Eigentümer für die Energieinfrastruktur in der Union." Die deutschen Energieversorger begrüßten, dass die Kommission sich stärker für die Durchsetzung der Binnenmarktregeln einsetzen will.
Viele Länder haben ihre Strommärkte noch immer nicht für ausländische Konkurrenten geöffnet."Das schadet der deutschen Industrie massiv", sagte die Geschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, am Montag in Brüssel.
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