Nach einem Rekordflug von nur rund sechs Stunden statt der bislang üblichen zwei Tage hat ein unbemannter russischer Raumtransporter an der Internationalen Raumstation ISS festgemacht. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa in der Nacht zum Donnerstag im Internet mit. Das Raumschiff war erst am späten Mittwochabend vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.
Dank einem neuen Annäherungsverfahren konnte der Frachter bereits nach wenigen Erdumrundungen an der ISS festmachen. Die Raumstation erleichterte das, in dem sie auf eine höhere, leichter ansteuerbare Position in rund 400 Kilometern gehoben wurde. Die neue Flughöhe wurde möglich durch den Wegfall der US-Shace-Shuttles, die diese Höhe nicht problemlos erreichen konnten. Die höhere Umlaufbahn ist ideal für das neue Kopplungsmanöver.
Diese Technik sei in Zukunft auch für bemannte Missionen möglich, hieß es in Raumfahrtkreisen. Das würde den Raumfahrern die bisher zwei Tage lange Reise in der Enge der Raumkapsel ersparen. Bevor allerdings auch bemannte Missionen auf diesem Weg zur ISS fliegen, seien allerdings weitere Tests mit unbemannten Raumschiffen nötig, hieß es.
Die Progress-Kapsel hatte Lebensmittel, Treibstoff, wissenschaftliche Geräte und Geschenke für die sechs ISS-Crewmitglieder an Bord. Auf dem Außenposten der Menschheit arbeiten derzeit drei russische Kosmonauten, zwei US-Astronauten und ein japanischer Raumfahrer.