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Top oder Flop? Embargo und Preisdeckel für Öl aus Russland

EU und G7 wollen mit Sanktionen Moskaus Kriegsfinanzierung erschweren / Kreml plant Gegenmaßnahmen und kauft alte Tanker

Öltanker auf dem Meer (Foto: freepik, igterex) - Top oder Flop? Embargo und Preisdeckel für Öl aus Russland

Brüssel/Moskau – Doppelschlag gegen Putin: Seit diesem Montag ist das Ölembargo der Europäischen Union (EU) sowie der Ölpreisdeckel der Industrieländer von 60 US-Dollar in Kraft. Erklärtes Ziel ist es, Russlands Ölprofite zu beschneiden, seine Wirtschaft zu schwächen und Putin so die Finanzierung seines Angriffskrieges zu erschweren. Kann das funktionieren?

Auf das Embargo von russischem Öl hatten sich die Staats- und Regierungschefs der EU Ende Mai geeinigt. Seit diesem Montag gilt nun: Rohöl darf nicht mehr per Öltanker aus Russland in die Europäische Union geliefert werden. Allerdings: Über Pipelines ist die Öleinfuhr weiter möglich.

Versicherer müssen Preisdeckel beachten

Das zweite Instrument, den Preisdeckel, haben EU und G7-Staaten beschlossen – hier sind USA, Australien, Großbritannien, Kanada und Japan mit im Boot. Reedereien dieser Länder ist es seit Montag verboten, Öl aus Russland zu transportieren, dessen Verkaufspreis über 60 Dollar liegt.

Dieses Verbot gilt auch für Versicherer und Rückversicherer, die die Transporte finanziell absichern. Sie haben ebenso wie viele große Reedereien ihren Sitz in den Industrieländern.

China und Indien potenzielle neue Abnehmer

Der Kreml hat seine Ablehnung des von westlichen Staaten eingeführten Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Montag nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax: „Wir werden keine Obergrenzen anerkennen.“

Nach Medienberichten hat ein russischer Insider der Agentur Reuters mitgeteilt, dass die Machthaber in Moskau russischen Unternehmen den Handel mit Ländern verbieten wollen, die sich an den verhängten Preisdeckel halten.

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„Russland wird versuchen, das Öl nach Indien und China zu verkaufen“, sagt der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum in der „Welt“. Beide Länder beteiligen sich nicht an Embargo und Deckel. Allerdings: Um das Öl zu transportieren, braucht Russland Tanker. Hier kontrollieren EU und G7 die größten Kapazitäten.

Moskaus Flotte aus alten Tankern

Daher arbeitet Moskau offenbar am Aufbau einer Flotte aus vielen hundert alten Tankern, um nicht auf ausländische Reeder angewiesen zu sein. Das hat am Wochenende die Londoner Financial Times mit Verweis auf Daten des Schiffsbrokers Braemar und des Energieberaters Rystad berichtet.

Die ukrainische Regierung begrüßt einen Ölpreisdeckel. Die Grenze von 60 Dollar sei jedoch zu hoch. Diese Meinung vertritt auch der Bochumer Andreas Löschel. Aus seiner Sicht ist die Höhe ein Kompromiss und insgesamt relativ schwach gestaltet. „So wie der Ölpreisdeckel jetzt gestrickt ist, wird er überschaubare Auswirkungen haben“, sagte Löschel gegenüber der F.A.Z.

Hat Preisdeckel Chancen auf Erfolg?

Gute Erfolgschancen gibt hingegen Michael Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dem Ölpreisdeckel. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte er laut Medienberichten, dies sei „ein Experiment mit guten Chancen auf Erfolg.“

Der Ölpreis sei in den letzten Monaten gesunken und auch trotz dieser Androhung nicht merklich gestiegen, sagte Fratzscher. „Somit dürfte der Preisdeckel für russisches Öl sich als erfolgreiches Instrument erweisen, globale Preise zu stabilisieren.“

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