Die Entscheidung sei nicht einstimmig gefallen, gestand EZB-Präsident
Jean-Claude Trichet in der Pressekonferenz ein. Eine Gegenstimme ist klar. Weidmann hatte wegen der EZB-Ratssitzung seinen Urlaub unterbrochen und war nach Frankfurt zurückgekehrt - um Nein zu sagen. Eigentlich war geplant gewesen, dass Weidmanns Stellvertreterin, Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger, zu der Sitzung kommt.
Die Bundesbank hatte sich bereits unter Axel Weber im Mai vergangenen Jahres gegen den Aufkauf von Staatsanleihen ausgesprochen. Dadurch war es zu Unstimmigkeiten mit Trichet und anderen EZB-Führungsmitgliedern gekommen. Weber hatte bei seiner Ablehnung von Bond-Käufen im vergangenen Jahr argumentiert, dass sie Risiken für die Stabilität bedeuteten.
Jürgen Stark, EZB-Ratsmitglied und früherer Bundesbank-Vizepräsident, hatte damals gesagt, dass er die Haltung Webers unterstütze. Dementsprechend stimmte Nachrichtenagenturen zufolge auch Stark gegen das Programm, ebenso wie zwei der vier Vertreter aus den Benelux-Staaten. Zu vermuten ist, dass es der niederländische Notenbanker Klaas Knot und Yves Mersch, Chef der Banque centrale du Luxembourg, waren.
"Wir haben eine Regel, die besagt, dass wir mit einer Stimme sprechen, sobald eine Entscheidung getroffen wurde", sagte Trichet im Anschluss an die Sitzung in einem Interview. Weltweit würden Entscheidungen bei Zentralbanken eher mehrheitlich als einstimmig gefällt, fügte er hinzu.