Der Kurznachrichtendienst Twitter hat seit dem Jahreswechsel einen weiteren prominenten Nutzer. Rupert Murdoch schaffte sich im Alter von 80 Jahren einen Twitter-Account an. Einige seiner ersten Kommentare kamen in der Netz-Gemeinde auch gleich unter Beschuss. Nachdem er schrieb, dass "die Briten vielleicht zu viele Ferien haben, für ein Land, das bankrott ist," erntete er heftige Kritik. Den Kommentar löschte er sofort. Ein Mitglied auf Twitter, Anthony Mills, schrieb ihm: "Wenn er nicht gerade Handy-Nachrichten hackt, dann liefert er seinen Müll auf Twitter ab."
Murdoch gehören mehrere Zeitungen und Fernsehsender. Ein Abhörskandal seiner britischen Zeitung "News of the World" wurde im vergangenen Sommer bekannt. Das Blatt wurde eingestellt.
Die Journalisten hatten systematisch Gesetze übertreten. Unter anderem hatte die Redaktion die Mobiltelefonanschlüsse vieler Promis und Politiker überwacht. Murdoch musste sich einem Parlamentsausschuss zum Hacking-Skandal stellen. In seinen Tweets ist davon allerdings nicht die Rede. Ein früheres Hacking-Opfer, der ehemalige britische Vizepremier John Prescott, twitterte an Murdoch: "Ich hab Dir eine Neujahrs-Nachricht auf meiner Mailbox hinterlassen!" Murdoch ist unter dem Accountnamen @rupertmurdoch eingetragen und wurde schon von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey begrüßt: "Mit seiner eigenen Stimme, in seiner eigenen Art, @rupermurdoch ist nun auf Twitter." Die Echtheit des Accounts wurde von Twitter und einer Murdoch-Sprecherin bestätigt.
Murdochs Tweets sind eine bunte Mischung. Er schreibt über private Erlebnisse und Vorlieben, aber auch über Berufliches, wie zum Beispiel über die Schwierigkeiten, eine Reform von internationalen Unternehmen durchzusetzen. Zu seinen Neujahrsvorsätzen sagte er, er werde "versuchen, Bescheidenheit und Neugierde aufrecht zu erhalten. Und eine Diät machen natürlich!"
Mit über 50.000 Followern schon am zweiten Tag seines Twitter-Daseins hat der Medienunternehmer schnell die Aufmerksamkeit vieler Nutzer auf sich gezogen. Ob Murdoch und seine Berater Twitter nutzen, um das Image des Unternehmers wieder aufzupolieren, ist unklar.
Ein Nutzer, der sich fälschlicherweise als Google -Mitgründer Larry Page ausgibt, fragte über Twitter an, ob er nicht auch einen Account bei Googles Onlinenetzwerk erstellen möchte. Murdochs Antwort: "Vielleicht bald, aber ich kriege gerade mächtig Ärger, weil ich hier herumblödle - und Freunde sind ängstlich, was ich hier wirklich sagen werde!"