Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard will mit schlankeren Konzernstrukturen in die Erfolgsspur zurückkehren. Das US-Unternehmen kündigte am Mittwoch an, im Zuge eines Konzernumbaus die Drucker- und die PC-Sparte zusammenzulegen. Auch andere Geschäftsfelder wie das Marketing würden konzernweit unter einheitliche Führung gestellt.
Die neue Konzernchefin Meg Whitman setzt damit die angekündigte Verschlankung fort. Mit der Neuausrichtung sollten Kosten gesenkt und mehr Spielraum für Investitionen im Kampf gegen die Smartphone- und Tablet-Konkurrenz geschaffen werden. Noch im vergangenen Jahr hatte HP unter dem damaligen deutschen Konzernchef Léo Apotheker erwogen, seine PC-Sparte abzuspalten oder zu verkaufen. Whitman leitete allerdings kurz nach ihrem Amtsantritt im September einen Kurswechsel ein und kündigte an, an dem krisengeschüttelten Geschäft festzuhalten.
HP macht die wachsende Konkurrenz der boomenden Smartphones und Tablet-Computer zu schaffen. In diesem Markt ist Hewlett-Packard nicht mehr vertreten, seit der damalige Konzernchef Apotheker den Bau der wenig erfolgreichen Geräte mit dem Palm-Betriebssystem WebOS im Sommer einstellte. Dagegen machen Rivalen wie Apple oder Samsung das Rennen. Im ersten Geschäftsquartal brach der Gewinn um fast 44 Prozent auf 1,47 Mrd. Dollar ein.
Dennoch verkaufte das Unternehmen 2011 noch immer die meisten PCs. Doch die Konkurrenz rückt dem Konzern immer dichter auf die Fersen: Der chinesische Hersteller Lenovo , der das PC-Geschäft vom US-Technologiekonzern IBM übernommen hat und zuletzt den Aldi-Lieferanten Medion kaufte, löste den HP-Erzrivalen Dell inzwischen auf Platz zwei ab.
Zudem ist auch die Druckersparte nicht mehr die verlässliche Geldmaschine von einst. Zuletzt machten hier unter anderem Produktionsprobleme nach dem Erdbeben in Japan und den Überflutungen in Thailand zu schaffen.
Die neue Sparte mit einem jährlichen Umsatz von zuletzt mehr als 65 Mrd. Dollar wird wie erwartet vom bisherigen PC-Chef Todd Bradley geführt. Der seit zehn Jahren für die Druckersparte zuständige Vyomesh Joschi geht nach 31 Jahren bei HP in den Ruhestand.
HP äußerte sich nicht zu einem möglichen Stellenabbau, sondern verwies nur auf "Möglichkeiten für Kostensenkungen". Nach einem Bericht der "New York Times" sind Stellenstreichungen wahrscheinlich. Zwischen den beiden Geschäftsfeldern gebe es Überschneidungen unter anderem bei Marketing und Produktion. Als Ergebnis des Umbaus werde HP schneller und könne besser auf Branchentrends reagieren, sagte Vorstandschefin Whitman. Sie gab als Devise "One HP" aus - ein integriertes Unternehmen.
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Der einstige SAP -Chef Apotheker hatte die Investoren im vergangenen August mit dem Plan schockiert, das PC-Geschäft abzustoßen. Die Idee, auf das deutlich renditestärkere Geschäft mit Software und Dienstleistungen zu setzen und dafür 40 Mrd. Dollar Umsatz aufzugeben, kam an der Börse schlecht an. Der Aktienkurs schmolz dahin, Apotheker musste gehen. Seine Nachfolgerin, die frühere Ebay -Lenkerin Whitman, machte den Plan schließlich rückgängig. Zugleich versprach sie eigene Initiativen, um HP wendiger zu machen.
Es wäre nicht der erste Versuch von HP, die beiden Sparten zusammenzuführen. Schon die damalige Chefin Carly Fiorina vollführte 2005 diesen Schritt. Ihr Nachfolger Mark Hurd machte die Entscheidung kein Jahr später wieder rückgängig. Am Mittwoch versammeln sich die Hewlett-Packard-Aktionäre zur Hauptversammlung - der Unternehmensumbau dürfte dort auf jeden Fall zum Thema werden.