Streit um Provisionen:Drillisch zeigt Telekom-Datenschutzvorstand an
Der Mobilfunkdienstleister schlägt zurück: Nachdem die Telekom Drillisch wegen Betrugsverdachts angezeigt hatte, geht Drillisch jetzt gegen ein Vorstandsmitglied des Kontrahenten vor. Es geht um den Verdacht der Marktmanipulation.
Der Streit zwischen dem Mobilfunkdienstleister Drillisch und der Deutschen Telekom um Provisionen spitzt sich zu. Drillisch habe bei der Staatsanwaltschaft Hanau Strafanzeige gegen den Telekom-Datenschutzvorstand Manfred Balz wegen des Verstoßes gegen das Wertpapierhandelgesetz eingereicht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Der Vorgang sei an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt abgegeben worden. Ein Sprecher der Frankfurter Behörde sagte, der Vorgang werde derzeit intern geprüft.
Bespiel für Provisionen im Mobilfunkgeschäft
Hintergrund ist ein Kurssturz der Drillisch-Akien, die Anfang November bis zu 60 Prozent fielen, nachdem die Deutsche Telekom den Mobilfunkdienstleister wegen Betrugsverdachts angezeigt und die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte.
Die Telekom wirft der Drillisch-Tochter Simply die Erschleichung von Provisionen vor. Sie soll zehntausende Mobilfunkanschlüsse aktiviert haben, ohne dafür Kunden vorweisen zu können. Die Provisionszahlungen an Drillisch forderte die Telekom zurück. "Wir halten am Betrugsvorwurf fest und weisen die Gegenvorwürfe entsprechend zurück", sagte ein Telekom-Sprecher am Montag. Nach Aussage von Drillisch entbehren die Vorwürfe jeglicher Grundlage. Das Unternehmen betreibt kein eigenes Mobilfunknetz, sondern verkauft lediglich Verträge unter eigenen Markennamen weiter.
Angesichts der nahezu gesättigten Märkte verschärft sich der Kampf um Wechselkunden und um die stetig schrumpfende Zahl der Neukunden. Zusätzlich angeheizt wird der Wettbewerb durch den Aufstieg der Kabelnetzbetreiber. Unternehmen wie Kabel Deutschland jagen etablierten Anbietern Internet- und Telefoniekunden ab.
Für eine verkaufte Prepaid-SIM-Karte erhalten Verkäufer wie Drillisch oder Freenet nach Auskunft eines Brancheninsiders eine Provision zwischen 20 Euro und 50 Euro von den Netzbetreibern. Für Mobilfunkvertragskunden können es je nach Tarif zwischen 200 Euro und 400 Euro sein. Bei einem DSL-Internetanschluss werden etwa 200 Euro fällig. Mit Vermarktungszuschlägen und weiteren Vergünstigungen können es auch 300 Euro werden. Die tatsächliche Höhe der Zahlungen, etwa mengen- und qualitätsbezogene Staffelungen oder Quartals- und Jahreszuschläge, unterscheiden sich dabei von Anbieter zu Anbieter.
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