Die Deutsche Telekom wird ihre US-Tochter T-Mobile mit dem kleineren Konkurrenten MetroPCS verschmelzen. Beide Aufsichtsgremien haben die Fusion am Mittwoch genehmigt.
Ziel ist, über die Fusion die Tochter des DAX-Konzerns an die Börse zu bringen. Die Telekom wird 74 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. Die Metro PCS Aktionäre halten die restlichen 26 Prozent und bekommen 1,5 Mrd. Dollar in bar. Die Führung des Managements und des Aufsichtsrates liegt bei der Deutschen Telekom und damit wohl bei dem neuen Chef von T-Mobile USA John Legere. Der Branchenveteran war erst vor wenigen Tagen an die Spitze des viertgrößten Mobilfunkunternehmens in den USA aufgerückt. Die Überweisung dürfte T-Mobile USA aus den Milliarden bestreiten, die das Unternehmen für die langfristige Vermietung seiner Mobilfunkmasten an Crown Castle erhält. Insgesamt sind das 2,4 Mrd. Dollar.
Die Deutsche Telekom verbessert in einem ersten Schritt ihre Marktposition durch die zusätzlichen Mobilfunkkunden. Zudem soll sich das operative Ergebnis des fusionierten Unternehmens verbessern, heißt es laut informierter Kreise. Insgesamt wird mit Synergien von insgesamt 6,7 Mrd. Dollar gerechnet. Wohl aber noch wichtiger ist, dass der Konzern damit einen klaren Weg hat, sich mittelfristig über den schrittweisen Verkauf von Anteilen von dem Geschäft zu trennen. Bereits seit dem gescheiterten Versuch T-Mobile USA an AT&T zu verkaufen ist klar, dass die Deutschen nicht mehr langfristig an dem US-Geschäft interessiert sind. Die Konzentration gilt künftig dem Heimatmarkt und Südosteuropa.
Gefahr für das Geschäft droht aus zwei Ecken. Zum einen werden wohl auch in diesem Fall die US-Wettbewerbsbehörden den Fall intensiv prüfen. Das Geschäft mit AT&T war unter anderem auch an dem Unwillen der Regierung unter US-Präsident Barack Obama gescheitert, eine derartig große Fusion zu genehmigen. Allerdings ist das nun geplante Geschäft um einiges kleiner und wird bei weitem nicht solche Auswirkungen auf den Wettbewerb haben, wie die damals geplante Übernahme von T-Mobile durch AT&T.
Das zweite Risiko könnten rivalisierende Gebote von ebenfalls kleineren Anbietern wie Sprint oder Dish sein. Nach dem Fusionsbeschluss dürften die Wettbewerber die Situation analysieren und womöglich ebenfalls bieten.
Die Telekom hat in den USA eine zu geringe Kundenbasis, um die teure Infrastruktur auszulasten. Zudem waren T-Mobile USA zuletzt viele Kunden davongelaufen, da das Unternehmen anders als die drei großen Wettbewerber Verizon , AT&T und Sprint nicht das iPhone von Apple anbot. Allein im ersten Halbjahr kehrten mehr als eine Million Vertragskunden dem Unternehmen den Rücken. Schon vor einigen Monaten war in Medien über ein Zusammengehen von T-Mobile USA mit MetroPCS spekuliert worden. Analysten standen dem aber skeptisch gegenüber, da die beiden Mobilfunkanbieter unterschiedliche Technologien nutzen.
Die Börse interpretierte die Nachricht als positiv für die Telekom: Die Aktie legte mit 1,3 Prozent auf 9,86 Euro stärker zu als der DAX. MetroPCS-Aktionäre mussten dagegen Kursabschläge in Kauf nehmen. Das Papier verlor im New Yorker Handel 4,2 Prozent auf 13,00 Dollar.