Bilderserie Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik sprechen gern mit Journalisten - solange sie handzahm bleiben. Drohen kritische Töne, ist schnell Funkstille. Doch die FTD hat in der Regel weiter gebohrt - und hatte die Geschichte dann als Erster. Eine Auswahl der aufregendsten Scoops.
FTD-Redakteur Joachim Zepelin hatte den SAP Co-Vorstandssprecher Henning Kagermann schon oft getroffen, aber diese Begegnung war anders. In einem New Yorker Edelrestaurant sprach man im Sommer 2002 fast vier Stunden lang über Unternehmensstrategie, Umsatzziele und die Probleme des Walldorfer IT-Konzerns mit dem Internet. Das hatte der nüchterne Zahlenmann drauf, so kannten und schätzten ihn Journalisten und Analysten. Plötzlich führte das Gespräch auf unbekanntes Terrain. Kagermann erzählte über sich, sein Leben, seinen Wunsch zu malen und seine Musikvorlieben. Das hatte es noch nie gegeben. In den Tagen nach dem New Yorker Treffen fragte Zepelin diverse Berater, Analysten und vor allem SAP-Mitarbeiter. Dabei verdichtete sich der Eindruck bis zur Gewissheit: Kagermann bereitete seine Alleinherrschaft bei SAP vor, Gründer Hasso Plattner wechselt in den Aufsichtsrat. Das Gespräch in New York war merklich ein erster Versuch, Kagermanns öffentliches Bild an die neue Aufgabe anzupassen. Es dauerte noch ein halbes Jahr, bis SAP bekanntgab, was die FTD schon am 9. August 2002 schrieb. Nach der FTD-Geschichte stand übrigens in jedem Kagermann-Porträt, dass der nüchterne Mann mit dem Buchhalterimage die Hardrockband Deep Purple mag.