Der Entwickler von Onlinespielen hat kräftig investiert. Dadurch rutschte das Unternehmen im vierten Quartal in die roten Zahlen. Anleger straften Zynga dafür nachbörslich ab.
Der Onlinespieleentwickler Zynga ist im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stehe ein Verlust von 435 Mio. Dollar nach einem Gewinn von 42 Mio. Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss mit. Im nachbörslichen Handel brach die Zynga-Aktie um knapp acht Prozent ein.
Zynga hatte im vergangenen Jahr mehrere neue Spiele wie "Castleville" herausgebracht. Das Unternehmen versucht, die Abhängigkeit von Facebook zu verringern - bisher wurde fast der gesamte Umsatz mit dem Verkauf virtueller Güter auf der Plattform des weltgrößten Online-Netzwerks erwirtschaftet. Zynga ist der größte Anbieter von Spielen bei Facebook. Inzwischen bietet das Unternehmen auch Spiele für Googles soziales Netzwerk Google+ an.
Zynga war Mitte Dezember 2011 an die Börse gegangen. Der Rivale von Electronic Arts nahm dabei 1 Mrd. Dollar ein, womit ihm der größte US-Börsengang eines Internetunternehmens seit dem IPO von Google gelang. Die Aktie konnte jedoch zunächst nicht den Ausgabepreis von 10 Dollar halten. Inzwischen notiert das Papier deutlich darüber bei mehr als 14 Dollar.
Zynga betreibt eine Plattform für Onlinespiele, die meist eine virtuelle Welt kreieren: "Farmville" simuliert etwa bunte Äcker und Farmen, das akuell populärste Game "Cityville" eine Stadt. Das Spielen ist an sich kostenlos, Zynga verdient aber Geld, wenn sich Nutzer zusätzliche virtuelle Artikel wie einen Traktor oder Pflanzensamen kaufen.
Der Umsatz von Zynga erhöhte sich von 195,8 Mio. auf 311,2 Mio. Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit 301,08 Mio. Dollar gerechnet. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer habe um 13 Prozent auf 54 Millionen zugenommen. Zynga begründete den Verlust mit gestiegenen Entwicklungsausgaben und Folgekosten der Aktienplatzierung.
Das Unternehmen verbuchte allein für mit dem Börsengang fällig gewordene Aktien für Mitarbeiter Kosten von 510 Mio. Dollar. Zudem schossen die Entwicklungsausgaben von 51,5 Mio. Dollar im Jahr zuvor auf 444,7 Mio. Dollar hoch.
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