Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Die neue Generation der Internetmanager geht einen anderen Weg als viele Unternehmer während des ersten Dotcom-Booms in den 90er-Jahren: Sie benötigen zwar hohe Summen an Kapital, etwa für neue Server, zusätzliche Mitarbeiter oder Übernahmen. Aber sie wählen dafür nicht den Weg über die Wall Street, sondern finden gemeinsam mit ihren Investoren andere Möglichkeiten, an Geld zu kommen - etwa über Handelsplattformen wie Sharespost oder Secondmarket. Risikokapitalgeber, auf die Jungmanager wie Zuckerberg hörten, erinnern sich an das Platzen der ersten New-Economy-Blase und meiden deshalb die Börse.
"Die Regulierung ist verschärft worden. Die heute aufstrebenden Startups haben das Gefühl, sie müssten für die Sünden von Unternehmen wie Enron oder Worldcom büßen", sagt Bill Gurley, Partner beim Risikofinanzierer Benchmark Capital. Dabei seien das Konzerne gewesen, die mit dem Silicon Valley nichts zu tun hatten. Enron und Worldcom hatten Bilanzen gefälscht und Anleger betrogen. Heutzutage bremse die übertriebene Bürokratie schnelle Börsengänge.
Das allerdings ist nur die halbe Wahrheit. In den 90er-Jahren glaubte jede junge Firma, an die Börse zu müssen, egal ob das Geschäftsmodell dauerhaft tragfähig ist. "Früher waren wir der Ansicht, dass ein Drittel unserer Unternehmen an die Börse muss, heute sollen das nur noch die besten machen", sagt Fred Wilson. Über seine Investmentfirma Union Square ist er an Twitter beteiligt.