Bislang wurde der zweitgrößte PC-Hersteller der Welt vor allem mit IBM und China in Verbindung gebracht. Lenovo aber will sich als junge dynamische Marke etablieren - und hat dafür die Social-Media-Strategie in den Fokus gerückt.
von Björn MaatzHamburg
Lenovo sieht in Plattformen wie Facebook einen entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg: "Der Markenaufbau über soziale Netzwerke ist für uns von großer Bedeutung", sagte Marketingchef David Roman der FTD in der vergangenen Woche am Rande der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Jüngere Generationen wollten mit einer Marke interagieren. Das sei auf herkömmlichem Weg über Werbeanzeigen nicht möglich.
Bislang wird der Konzern bei vielen Verbrauchern nur als chinesischer Hersteller oder als IBM-Erbe wahrgenommen. Lenovo hatte 2005 die PC-Sparte vom weltgrößten IT-Dienstleister übernommen.
Der nach Hewlett-Packard zweitgrößte PC-Hersteller der Welt ist auf der Suche nach einer unverwechselbaren Identität und will sich ein jugendliches Image geben. Anfang 2011 rollte das Unternehmen seine erste globale Markenkampagne mit dem Slogan "For those who do" aus. Tenor: Lenovo produziert das Rüstzeug für entscheidungsfreudige Macher.
Lenovos Marketingchef David Roman nutzt Twitter und Facebook persönlich eher passiv
Um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, setzt Roman auch auf Social Media. Das Segment sei von der klassischen Unternehmens-PR abgekoppelt worden, um dem Konsumenten gegenüber glaubwürdig zu bleiben. "Dieser Schritt ist auf lange Sicht sinnvoll", sagte Roman.
Bei Lenovo könne grundsätzlich jeder Mitarbeiter etwas über die Produkte der Firma twittern oder bei Facebook posten. Interne Richtlinien geben vor, was erlaubt ist und was nicht. Rund 20 in Singapur angesiedelte Mitarbeiter überwachen, was im Internet über Lenovo gesagt wird. Zielvorgaben gibt es dem Marketingchef zufolge nicht: "Wie andere Unternehmen auch lernen wir gerade erst den Umgang mit Social Media."
Gerade kleinere Firmen könnten Social-Media-Kanäle für sich nutzen, um in der Markenwahrnehmung einen großen Sprung nach vorne zu machen. "Wer da heute nicht mitmacht, hat schon bald verloren", sagte Roman.
Zumindest in Deutschland besteht offenbar noch Handlungsbedarf: Nach einer Umfrage von News Aktuell und der Beratungsgesellschaft Faktenkontor unter gut 1000 Unternehmen hat nur knapp ein Drittel von ihnen eine Social-Media-Strategie.
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