Der Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, sagte, es gäbe keinen Grund, warum die Bedenken nicht ausgeräumt werden könnten. "Ich bin optimistisch, dass wir in den kommenden Wochen einen Kompromiss erzielen können." Die für den 24. Januar angesetzte Abstimmung sagte er ab, ohne einen neuen festen Termin zu nennen. Offenbar sei das Gesetz in seiner jetzigen Ausführung im Senat auch nicht mehrheitsfähig, sagte ein hochrangiger Berater der Demokraten.
Die umstrittenste Maßnahme sieht die Sperrung von Internetangeboten durch Provider vor. Werbefirmen und Bezahldiensten soll es zudem verboten werden, Geschäfte mit Websites zu machen, die der Piraterie Vorschub leisten. Auch das Verlinken mit illegalen Seiten soll das Gesetz unter Strafe stellen. Der Entwurf wird von Musikfirmen und Filmstudios unterstützt.
Kritik kommt von Technologiekonzernen wie Google, Yahoo, Ebay und Facebook. Sie haben Bedenken, dass das neue Gesetz gegen die Grundprinzipien des Internets verstoßen und die betroffenen Anbieter unverhältnismäßig belasten würde. Denn postet ein Nutzer etwa auf seinem Facebook-Profil einen illegalen Link, dann haftet Facebook.
Am vergangenen Wochenende schlug sich auch das Weiße Haus auf die Seite der Kritiker. Berater des Präsidenten bemängelten, die Entwürfe seien zu breit, entsprächen Zensur und würden das offene Internet beschränken. Sie boten an, gemeinsam einen neuen Entwurf zu erarbeiten, der weniger breit gefasst wäre. Offen blieb, ob Obama gegen den Gesetzesentwurf sein Veto einlegen würde.