Wenn man juristischen Erfolg überhaupt in kargen Zahlen messen kann, steht nun fest: Bettina Wulff hat sich zu 2,7 Promille gegen den US-Onlinekonzern Google durchgesetzt. Die Anwälte der ehemaligen First Lady hätten von Google gefordert, 3000 Suchergebnisse zu löschen, sagte am Sonntag ein Google-Sprecher. Dazu hätten etwa auch Links zu Wikipedia und der "FAZ" gehört. Nun hat Google ganze acht Suchergebnisse entfernt, darunter laut "Bild am Sonntag" drei Links zum obskuren katholischen Hetzportal Kreuz.net.
Es ist ein winziger, aber immerhin ein Teilerfolg für die Frau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff in ihrer Auseinandersetzung mit Google. Sie wehrt sich gegen im Netz verbreitete Andeutungen über ein angebliches Vorleben im Rotlichtmilieu. Seit September hat Wulff mehr als 30 Unterlassungserklärungen von Bloggern, Magazinen und Zeitungen erwirkt, die über ihre Vergangenheit spekuliert hatten. Fernsehmoderator Günther Jauch war einer der Ersten, die den Unterlassungsanspruch anerkannten. Er habe keine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern nur in seiner Talkshow einen Zeitungsartikel zitiert, so Jauch.
Dass Google nun acht Links aus seiner Suche gelöscht habe, sei ein ganz normaler Vorgang, so der Unternehmenssprecher. Die verlinkten Artikel seien schlicht rechtswidrig gewesen.
Der Höhepunkt im Streit Bettina Wulff gegen Google steht noch bevor. Weil Google über seine Autovervollständigungsfunktion bei einer Suche nach den Worten "Bettina Wulff" den Benutzern auch Begriffe vorschlägt, die auf Gerüchte über ein angebliches Milieuvorleben verweisen, hat Wulff geklagt. Die Vorschläge gäben nur beliebte Suchanfragen wieder, wehrt sich der US-Konzern. Die Klage soll in diesen Tagen in die USA weitergeleitet werden. "Unserer Konzernzentrale wurde sie bisher noch nicht zugestellt", sagte der Sprecher. "Die Löschung der Suchergebnisse passierte völlig unabhängig von der Klage."
Gerade erst hat ein Australier mit einer ähnlichen Klage gegen Google Schadensersatz erstritten. Suchergebnisse hatten ihn zu Unrecht in die Nähe des organisierten Verbrechens gerückt.
Bettina Wulffs Taktik geht schon jetzt auf. Wer am Sonntag bei Google einen der vorgeschlagenen Schmuddelbegriffe anklickte, bekam statt Gerüchten nur Links zu Texten über ihren Kampf mit Google und ihren Promillesieg präsentiert.