Neben acht weiteren Gesellschaften hatten sich die Italiener in Deutschland zuletzt mit der Gema gegen den Internetkonzern verbündet. Sie verweigerten Google die Lizenzen für ihr Repertoire auf Youtube. Google und Gema streiten über den Preis pro abgespieltem Video.
Zwischen beiden Parteien herrscht weiterhin Funkstille. Die Verwertungsgesellschaft hatte im Mai die ein Jahr dauernden Verhandlungen mit Google abgebrochen. Zugleich verlangte die Gema von Google, rund 600 Titel zu löschen, die Googles Youtube seit dem 1. April 2009 illegal nutze. Am Donnerstag entscheidet das Hamburger Landgericht darüber, ob Google die Videos entfernen muss und damit einer einstweiligen Verfügung der Gema stattgibt.
Google ist über die andauernde Funkstille mittlerweile verärgert. "Die Gema hat die Verhandlungen mit uns aus heiterem Himmel abgebrochen und blockt außerdem jeden Versuch von uns ab, zumindest wieder Gespräche aufzunehmen", sagte Philipp Schindler, Google-Nord- und Zentraleuropachef, im FTD-Interview.
Man verhandele bereits sehr lange mit Verwertungsgesellschaften weltweit, und man schließe mit vielen Verträge, "aber die Einzigen, mit denen wir es derzeit nicht schaffen, ist die Gema", so Schindler. Google habe großes Interesse, die Urheberrechte zu schützen, und sei an einer gütlichen Einigung interessiert.
Die Gema will sich nach eigenen Angaben zurzeit aus juristischen Gründen nicht auf eine Verhandlung mit Google einlassen. "Wir warten jetzt erst mal das Gerichtsurteil ab", sagte eine Sprecherin der Verwertungsgesellschaft. Es sei absehbar gewesen, dass Google versuche, den Verbund zu sprengen, hieß es weiter. "Das ändert aber nichts für unser Bündnis gegen Youtube", ist sich die Gema sicher.
Die Gema ist in Europa der größte Verband und versucht, gegen Google einen Präzedenzfall zu schaffen.
"Das eigentliche Ziel ist jedoch, eine angemessene Vergütung der Urheber zu erreichen und dafür mit Youtube zu einer neuen Vertragsvereinbarung zu gelangen, die für beide Seiten annehmbar ist", hatte Gema-Chef Harald Heker im Mai gesagt. Er verwies zudem auf die Finanzkraft Googles.
Die Youtube-Mutter ist zwar hochprofitabel, die Videoseite allerdings nicht. Eine Quersubventionierung lehnt Google dauerhaft ab. "Die Forderung der Gema liegt ein Zigfaches über dem, was im restlichen Europa üblich ist", sagte Schindler. Genaue Zahlen könne er aus Gründen der Vertraulichkeit nicht nennen. Auch zu Vertragsabschlüssen und Preisverhandlungen mit anderen Verwertungsgesellschaften äußerte er sich nicht.
Zuletzt hatte die Gema 1 Cent pro abgespieltem Video verlangt. In England soll sich Google mit der lokalen Verwertungsgesellschaft auf etwas mehr als ein Zehntel davon geeinigt haben. Bestätigen wollte Schindler die Summe nicht.