Aktien und Märkte

ifo: 2020 weniger Insolvenzen als erwartet

2021 deutlicher Anstieg erwartet - Bis August summieren sich Forderungen auf 47 Mrd. Euro

München (pte018/10.12.2021/11:30) – 2020 haben weniger Unternehmen in Deutschland Insolvenz angemeldet als erwartet, so das ifo Institut http://ifo.de in einer Kurzexpertise für das Bundesfinanzministerium. „Laut unseren Schätzungen hätten die voraussichtlichen Forderungen aus beantragten Insolvenzverfahren auf 60 bis 100 Mrd. Euro steigen müssen, wenn man historische Zusammenhänge zwischen Konjunktur und Insolvenzgeschehen fortschreibt. Tatsächlich sind sie im Jahr 2020 nur auf 48 Mrd. Euro gestiegen, von 34 Mrd. Euro im Jahr 2019“, so Timo Wollmershäuser, Leiter der Prognosen am ifo Institut.

Insolvenz der Wirecard AG

Den Experten nach kam es zu diesem Anstieg nur durch die Insolvenz der Wirecard AG, die mit knapp 13 Mrd. Euro zu Buche schlug. Sie sei keine unmittelbare Folge der Corona-Krise und des damit einhergehenden Konjunktureinbruchs gewesen. Die Antragspflicht für Insolvenzen war seit 1. März 2020 ausgesetzt. Das habe eine Zunahme der Insolvenzen verhindert. Zudem werde der Einfluss der staatlichen Hilfsmaßnahmen auf das Insolvenzgeschehen in den Prognosen nicht abgebildet, da diese auf historischen Zusammenhängen beruhten, die Umfang und Ausgestaltung der Maßnahmen nicht berücksichtigen könnten.

Staatliche Hilfsmaßnahmen haben das Insolvenzrisiko laut der Analyse um knapp 25 Prozent gesenkt. Der größte Effekt gehe von staatlichen Zuschüssen für Unternehmen aus, die 2020 im Rahmen der Corona-Hilfen im Umfang von über 40 Mrd. Euro ausgezahlt wurden. Diese hätten den Gewinneinbruch unmittelbar reduziert. Durch das Kurzarbeitergeld und einen stärkeren Rückgang der geringfügig Beschäftigten seien Personalkosten gesunken. Schließlich hätten auch steuerliche Liquiditätshilfen das Insolvenzrisiko reduziert.

Schwierige Prognosenlage

„In welchem Umfang sich das im vergangen Jahr kumulierte Insolvenzrisiko später in tatsächliche Insolvenzen umwandelt, kann auf Basis der Modellprognose nicht abschließend beantwortet werden“, unterstreicht Wollmershäuser. Als die Insolvenzantragsplicht im Frühjahr 2021 wieder in Kraft getreten war, habe das Insolvenzgeschehen zumindest spürbar zugenommen. Allein bis August 2021 summieren sich die voraussichtlichen Forderungen aus beantragten Insolvenzverfahren dem Experten nach auf 47 Mrd. Euro. Es sei davon auszugehen, dass es 2021 einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr geben wird.

 

Quelle: www.pressetext.com


Bildnachweise: Insolvenz: deutlichlicher Anstieg für 2021 erwartet (Bild: pixabay, geralt) (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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