Investmentfonds

Etlichen Investmentfonds droht lange Warteschleife


Der klassische Investmentfonds gilt als praktikables Instrument, um die eigenen Finanzen einfach aufzubauen. Bei diesem Produkt ist der Anleger nicht genötigt, jeden Tag die wirtschaftliche Entwicklung und Aktienkurse einzelner Unternehmen zu beobachten. Das erledigt ein Fondsmanager für ihn. Somit lässt sich aus dem sehr breiten Universum von Investmentfonds sehr einfach ein Portfolio zusammenstellen. Die Fondsanteile werden einfach bei der Kapitalanlagegesellschaft geordert oder zurückgegeben und dann zum Nettoinventarwert Kurs abgerechnet. Doch nun droht Ungemach.

Risikobeimischung von Emerging Markets

Um das eigene Portfolio zu „Diversifizieren“ es also möglichst breit aufzustellen, werden meist unterschiedliche Produkte zu einem Portfolio zusammengestellt. Einige Investmentfonds in Emerging Markets, so werden die Aktienmärkte in Schwellenländer bezeichnet, stellen nun ein Problem dar. Die Emerging Marktets Fonds werden gerne als „Risikobeimischung“ in Portfolien eingebunden. Ein wichtiges Merkmal dieser Investmentfonds sind die attraktiven Zielmärkte, so investieren sie in den Anstieg von inländischen als auch ausländischen Investitionen (Portfolio- und Direktinvestitionen) der Zielländer. Als klassische Emerging Markets Zielländer sind die Länder Osteuropas, China oder Indien zu nennen.
Bis vor kurzem galt das auch für Russland. Nun werden die Märkte jedoch erheblich durcheinandergewirbelt. Denn mit dem Angriff auf die Ukraine am 28 Februar, wurde die Weltengemeinschaft auf eine harte Probe gestellt, es folgte ein umfangreiches Sanktionspakt gegen Russland und dessen Wirtschaft. Damit ist es für westliche Länder ausgeschlossen in Russland zu investieren oder die Aktien russischer Unternehmen zu handeln.
Und so wurde auch den Investmentfonds, mit hohem Anteil am russischen Markt, jegliche Handlungsmöglichkeit genommen. Die Fondsmanager dieser Produkte sind nicht mehr in der Lage in diesen Märkten zu arbeiten, es fehlen Preisfeststelllungen und Möglichkeit zu handeln.

Keine weiteren NIW Preisfestellungen

Aus diesem Grund werden bei diesen Investmentfonds aktuell alle Preisberechnungen ausgesetzt. Ohne die NIW Berechnungen ist das weiterführen der Produkte durch die Kapitalanlagegesellschaft unmöglich. Als NIW wird der Nettoinventarwert bezeichnet. Das fehlen der Inventarwerte bedeutet zeitgleich, dass diese Investmentfonds nicht mehr gehandelt werden können. Es finden keine Fondskäufe oder Auszahlungen mehr statt. Auch Auszahlungspläne können nicht mehr bedient werden.

Als Beispiele sind hier der Schroder ISF Emerging Europe, JP Morgan Funds Emerging Europe Equity Fund sowie JPMorgan Russia Fund genannt. Diese Investmentfonds verkündeten den Anlegern am 28.02.2022 die komplette Einstellung des Handels und damit die Möglichkeit diese Produkte zu verkaufen. Jetzt stellt sich die Frage wie es mit den Produkten weitergeht.
Es ist auf sehr lange Zeit unwahrscheinlich, dass die Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden und die Märke dort wieder funktionieren.

Echte Russlandfonds werden zum Problem

Nun sind zwei Szenarien für diese Art von Emerging Market Investmentfonds denkbar. Im besten Fall werden die illiquiden Bestandteile in eine ruhende WKN umgewandelt, der nicht betroffene Anteil des Fondsinventars wird in einer neuen WKN weitergeführt. Damit würde den meisten Anlegern geholfen sein, die einen Investmentfonds mit geringen russischen Anteilen im Depot gehalten haben.
Im schlechteren Fall ist der Russlandanteil am Fondsinventar zu hoch um diese abzugrenzen.
In der Vergangenheit gibt es ähnliche Fälle, in denen nach Jahren eine Abwicklung der Fonds erfolgen konnte. Auch jetzt ist es absehbar, dass diese Art von Fonds in einer sehr langen Warteschleife hängen. Vermutlich lässt sich erst in einigen Jahren eine Möglichkeit finden, die gesamten Inventarwerte abzuwickeln und das Fondsvermögen zur Auszahlung zu bringen.

Es sind jedoch nicht alle Emerging Marktes Fonds mit Russlandanteilen im Inventar von der Problematik betroffen, so ist beispielhaft der AvH Emerging Markets Fonds UI – B EUR DIS weiterhin handelbar. Hier lag der Schwerpunkt der Investments auf andere Zielländer, so dass weiterhin in diese Anlageklasse investiert werden kann.

Zusammengefasst gibt es immer noch die Alternative, diese Produkte an der Börse an andere Börsenteilnehmer zu verkaufen, sofern der Markt genug Liquidität hergibt. Allerdings ist dann mit heftigen Kursabschlägen zu rechnen.
Das sollte gut überlegt sein.


Bildnachweise: Pixabay rperucho (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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