Syndizierte Anleihe erwies sich als Eigentor
Ursache war nach Einschätzung von Analysten ausgerechnet eine von der portugiesischen Regierung eigentlich als Befreiungsschlag gedachte syndizierte Anleihe. Lissabon hatte am Montag über Banken fünfjährige Anleihen im Wert von 3,5 Mrd. Euro auf den Markt gebracht. Bei einer solchen syndizierten Anleihe wird der Zinssatz anders als bei einer Auktion vorab festgelegt, um das Risiko hochschießender Refinanzierungskosten zu umgehen. Dafür wird den Anlegern in der Regel von vornherein eine etwas höhere Rendite geboten, als sie auf dem Sekundärmarkt für Investitionen in Papiere gleicher Laufzeit erhielten.
So war es auch im Falle der portugiesischen Anleihe. Die portugiesische Schuldenagentur bot dafür Zinsen von fast 6,5 Prozent, obwohl die Fünfjahrespapiere auf dem Sekundärmarkt vorher nur bei 6,2 Prozent rentierten. "Man hat über die Zinskurve einen neuen Punkt gesetzt, der jetzt als Referenz betrachtet wird", sagte der Commerzbank-Analyst David Schnautz FTD.de.
Zwar habe die Emission den Refinanzierungsdruck Portugals gemindert: Mit der Anleihe vom Montag summieren sich die von Lissabon seit Jahresbeginn ausgegebenen Schuldtitel auf 5,75 Mrd. Euro, 20 Mrd. Euro muss das Land 2011 insgesamt aufbringen. Auf dem Sekundärmarkt erwiesen sich die Papiere seither aber als schwer verkäuflich: Laut Berechnungen von Reuters fiel der Kurs von 99,8 auf 97,2 Punkte.