Die große Nachfrage nach dem Franken bereitet der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erhebliche Probleme. Die Verteidigung des Wechselkursziels von mindestens 1,20 Franken pro Euro kostete die Notenbank im ersten Quartal 2,6 Mrd. Franken (2,2 Mrd. Euro). Insgesamt ergebe sich für die ersten drei Monate 2012 ein Verlust in Höhe von 1,7 Mrd. Franken (1,4 Mrd. Euro), teilten die Währungshüter am Montag mit.
Die SNB kauft seit Monaten Euro und andere Fremdwährungen auf, um ein Abrutschen des Euro unter 1,20 Franken zu verhindern. Bis zur Festlegung dieses Mindestkurses im September war die Schweizer Devise stetig gestiegen, weil zahlreiche Anleger aus Furcht vor der Euro-Krise ihr Geld in Sicherheit bringen wollen.
Der Höhenflug des Franken schadete der Schweizer Exportwirtschaft: Sie stand vor dem Dilemma, für im Ausland eingenommene Euro weniger Franken herauszubekommen oder aber ihre Preise zu erhöhen, was wiederum die Absatzchancen verschlechtert hätte. Zudem fürchtet die Schweiz eine Verlagerung von Arbeitsplätzen in die Euro-Zone.
Wechselkursverluste von insgesamt 6,4 Mrd. Franken hätten im ersten Quartal 2012 nur teilweise mit Kursgewinnen und Zinserträgen kompensiert werden können, teilte die SNB mit. Während auf den Fremdwährungsbeständen ein Verlust verbucht werde musste, gab es beim Goldbestand einen Bewertungsgewinn von 0,8 Mrd. Franken.
Einen positiven Beitrag zum SNB-Ergebnis leistete auch der Stabilisierungsfonds. Darin waren während der Finanzkrise zur Rettung der Großbank UBS deren "toxische" Wertpapiere ausgelagert wurden. Inzwischen lieferte der Fonds einen Quartalsgewinn von 153 Mio. Franken, wovon 111 Mio. Franken an die SNB gingen.