Das kalifornische IT-Mekka Silicon Valley lebt vor allem von seinen klugen Köpfen. Dumm nur, wenn die indisch oder asiatisch sind und deshalb ein Visum brauchen. Denn ohne ist selbst den Klügsten der Weg ins Valley versperrt. Auch im Internetzeitalter ist das US-Einwanderungsrecht kompliziert und erbarmungslos.
Doch Washington hat sich offenbar mit den Falschen angelegt. Während in der Hauptstadt seit Jahren über die Frage lamentiert wird, wie die Kreativen im Land bleiben können, wird vor der kalifornischen Küste Klarschiff gemacht.
Unter dem Namen "Blueseed" soll hier ein schwimmender Brutkasten für Startups entstehen, auf dem sich ausländische Unternehmer niederlassen können. Ankern soll er rund 19 Kilometer vor San Francisco - in internationalem Gewässer, registriert auf den Bahamas oder den Marshallinseln, außerhalb der Reichweite der Einwanderungsbehörde. "Die geltenden Gesetze verhindern vielversprechende Projekte und torpedieren Innovation und neue Jobs", erklärt Blueseed-Gründer Max Marty, selbst Sohn kubanischer Einwanderer.
Ist die IT-Arche fertig, sollen rund 1000 Tüftler auf ihr Platz haben: 1200 Dollar für ein Bett in einer Viererkajüte, das Dreifache für ein eigenes Apartment. Zum Service gehören Fitnessstudio, Restaurants, Läden - und natürlich Internet.
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Müssen die Startup-Unternehmer dann doch mal zu einem Treffen mit Investoren, werden sie samt Touristenvisum in knapp 90 Minuten zweimal pro Tag auf das Festland gebracht. Eilt es besonders, steht gar ein Helikopter bereit.
Die Branche leckt sich bereits die Finger. Investorenlegende Peter Thiel, der schon Facebook unterstützt und den Bezahldienst Paypal gegründet hat, will sich um die Finanzierung kümmern. 60 Startups haben bereits angekündigt, an Bord kommen zu wollen.
Doch nicht alle im Land sind begeistert: "Das Ganze ist ein perfektes Beispiel für die abwegigen Ideen, die Corporate America auf seiner verzweifelten Suche nach Talent hat", wettert die Anti-Zuwanderungs-Lobby Federation for American Immigration Reform. Andere bemängeln, das Projekt sei zu teuer und das Leben auf See zu gefährlich.
Bislang gibt es nicht mehr als ein paar Skizzen und Computergrafiken. Dabei soll die "Blueseed" 2013 zu Wasser gelassen werden - wenn bis dahin nicht noch irgendeine IT-Blase platzt oder Präsident Obama das Einwanderungsrecht liberalisiert.