Das kalifornische IT-Mekka Silicon Valley lebt vor allem von seinen klugen Köpfen. Dumm nur, wenn die indisch oder asiatisch sind und deshalb ein Visum brauchen. Denn ohne ist selbst den Klügsten der Weg ins Valley versperrt. Auch im Internetzeitalter ist das US-Einwanderungsrecht kompliziert und erbarmungslos.
Doch Washington hat sich offenbar mit den Falschen angelegt. Während in der Hauptstadt seit Jahren über die Frage lamentiert wird, wie die Kreativen im Land bleiben können, wird vor der kalifornischen Küste Klarschiff gemacht.
Unter dem Namen "Blueseed" soll hier ein schwimmender Brutkasten für Startups entstehen, auf dem sich ausländische Unternehmer niederlassen können. Ankern soll er rund 19 Kilometer vor San Francisco - in internationalem Gewässer, registriert auf den Bahamas oder den Marshallinseln, außerhalb der Reichweite der Einwanderungsbehörde. "Die geltenden Gesetze verhindern vielversprechende Projekte und torpedieren Innovation und neue Jobs", erklärt Blueseed-Gründer Max Marty, selbst Sohn kubanischer Einwanderer.
Ist die IT-Arche fertig, sollen rund 1000 Tüftler auf ihr Platz haben: 1200 Dollar für ein Bett in einer Viererkajüte, das Dreifache für ein eigenes Apartment. Zum Service gehören Fitnessstudio, Restaurants, Läden - und natürlich Internet.