In mittelständischen Unternehmen befinden sich Mobiltelefone auf dem Siegszug - und bringen sensible Firmendaten in Gefahr. Eine Studie zeigt: Die Smartphones sind häufig nur unzureichend geschützt.
Die Zahlen sprechen für sich: 74 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland wollen ihre Mitarbeiter vermehrt mit mobilen Endgeräten ausstatten. Doch 40 Prozent sind sich nicht der Gefahr bewusst, die von den Geräten für Firmengeheimnisse ausgehen kann. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "IT-Perspektiven 2020 - Trendradar Mittelstand", die von der Info AG, dem IMWF Institut für Managment- und Wirtschaftsorschung sowie dem CIO Magazin in Auftrag gegeben wurde.
Denn nicht nur ungesicherte Computer sind ein Sicherheitsrisiko. Auch Smartphones können zu einem Einfallstor für Datendiebe werden. Seit dem Aufkommen des iPhone werden Telefonieren und IT-Anwendungen verstärkt miteinander verknüpft. Das Bundeskriminalamt warnt daher in seinem jüngsten Lagebericht, dass die Geräte ins Visier von Cyberkriminellen geraten: Im September 2010 hat die Behörde erstmals Mobiltelefone erfasst, die mit Trojanern infiziert waren. Mit diesen Schadprogrammen sollen Daten wie Passwörter oder Bankdaten an Unbefugte weitergeleitet werden. Schon für Privatpersonen kann der Schaden schlimm sein, sich einen Trojaner einzufangen. Umso schlimmer ist es aber, wenn auch noch Firmengeheimnisse betroffen sind.
Ein beliebtes Ziel von Datendieben: Smartphones.
Besonders heikel: Mitarbeiter nutzen Smartphones nicht außschließlich privat oder beruflich. Denn warum sollte man immer zwischen dem Firmen- und dem Privatgerät wechseln, wenn beide doch das gleiche können? Oftmals wissen die Unternehmen nicht einmal, in welchem Umfang ihre Mitarbeiter beispielsweise mit Privatgeräten Firmen- oder Kundendaten abrufen. Einige Unternehmen befeuern den Trend: Sie ermutigen ihre Mitarbeiter, die Geräte auch privat zu nutzen. Manche statten ihre Angestellten nicht einmal mehr mit vorkonfigurierten Firmencomputer aus. Stattdessen geben ihnen Gutscheine für Elektronikgeräte ihrer Wahl, die sie dann auch beruflich nutzen sollen. BYOT nennt sich das - Bring your Own Technolgy.
Allerdings sind die Geräte oftmals nicht ausreichend gesichert, seien es nun Smartphones oder auch Laptops. Einfache kommerzielle Firewallsysteme und Virenscanner würden nicht ausreichen, um beispielsweise das Authentifizierungssystem von Unternehmen zu schützen. Gerade wenn die Mitarbeiter verschiedene Geräte verwenden ist es schwer, ein übergreifendes Sicherheitskonzept aufzubauen. Daher sollten mittelständische Firmen im Hinterkopf behalten: Wenn sie immer mehr Smartphones an ihre Mitarbeiter verteilen und die Grenzen von beruflicher und privater Nutzung verblassen, dann müssen sie sich auch überlegen, wie sie sich vor Datendieben schützen können.
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