Nach einem Rekordverlust will der angeschlagene Elektronikkonzern Sony wieder rasch in die Gewinnzone zurückkehren.
Der japanische Traditionskonzern wies am Donnerstag einen Fehlbetrag für das im März abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12 von umgerechnet rund 4,1 Mrd. Euro aus. Doch schon dieses Jahr strebt das im Umbau befindliche Unternehmen wieder schwarze Zahlen an.
Dabei setzt der Walkman-Pionier, der seine einstige Vorreiterrolle an Rivalen wie Apple und Samsung eingebüßt hat, vor allem auf Smartphones, Digitalkameras und Videospiele. Auch an seinem defizitären Geschäft mit LCD-Fernsehern hält Sony fest. Hier soll der Verlust trotz anhaltender Absatzeinbußen eingegrenzt werden.
Dabei scheint das Unternehmen auf einem guten Weg: Schon im abgelaufenen Quartal fiel der operative Verlust deutlich geringer aus als von Branchenexperten erwartet. Für das laufende Jahr peilt Sony ein Betriebsergebnis von 180 Mrd. Yen (1,7 Mrd. Euro) und einen Nettogewinn von 30 Mrd. Yen an.
Sony kämpft schon seit Jahren mit massiven Problemen. Dem Kerngeschäft mit Unterhaltungselektronik, vor allem Fernsehern, machen ein massiver Preisverfall, eine schwächelnde Nachfrage und der starke Yen zu schaffen.
Der neue Konzernchef Kazuo Hirai will den einstigen Vorzeigekonzern wieder auf Wachstums- und Innovationskurs führen. So will er einerseits das Kerngeschäft stärken: Digital Imaging, Spiele und Mobile sollen die drei wichtigsten Säulen des Elektronikgeschäfts werden.
Das TV-Geschäft bereitet auch weiterhin Sorgen. Hier hatte Sony in den vergangenen acht Jahren rund 8 Mrd. Euro verloren und steuert mit harten Einschnitten wie Stellenstreichungen gegen. Das Unternehmen rechnet nun damit, dass der Absatz von Fernsehgeräten auf 17,5 Millionen sinken wird. Der Verlust in der Sparte soll sich aber dank der Sparmaßnahmen halbieren.
Ihr Anteil am Gesamtumsatz soll von 60 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr in den nächsten zwei Jahren auf 70 Prozent steigen und 85 Prozent des Betriebsgewinns erwirtschaften, hatte Hirai unlängst angekündigt. Zugleich sollen die Fixkosten im seit langem verheerend laufenden TV-Geschäft um 60 Prozent und die Betriebskosten um 30 Prozent gekürzt werden, um 2013/2014 hier wieder Gewinne zu erwirtschaften.
"Die Gewinnprognose deutet daraufhin, dass Sony auf einen Erholungskurs eingeschwenkt ist und die Talsohle im vergangenen Jahr durchschritten haben sollte", sagte Analyst Kenichi Hirano von Tachibana Securities. "Allerdings dürften noch nicht alle Skeptiker am Markt davon überzeugt sein, zumal das Unternehmen noch keinen soliden Plan vorgelegt hat, wie es die Wende im TV-Geschäft schaffen will."
Sony führte sein schlechtes Abschneiden unter anderem auf die Yen-Stärke, die Naturkatastrophen in Japan und Thailand und die schlechte Lage in etablierten Märkten zurück. Die Sony -Aktie gab vor Bilanzbekanntgabe um 1,22 Prozent auf 1213 Yen nach.
Auch der Verkauf der Spielekonsole Playstation werde wahrscheinlich um elf Prozent sinken. Viel verspricht sich Sony von der mobilen Konsole Vita, von der im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,8 Millionen Geräte verkauft wurden. Gerade im Spielegeschäft haben die boomenden Smartphones und Tablet-Computer wie Apples iPad traditionelle Hersteller wie Sony unter Druck gesetzt.
Hier setzt Hirai an. Er will den Smartphoneabsatz in diesem Jahr um rund 50 Prozent auf mehr als 33 Millionen Geräte steigern. Experten zweifeln aber, dass dem Unternehmen, das sein Handygeschäft ohne seinen schwedischen Ex-Partner Ericsson weiterführt, in diesem Geschäft der Durchbruch an die Spitze gelingt.
"Ohne große Innovationen wird Sony bei Smartphones weiter die zweite Geige spielen", sagte Analyst SR Kwon von Dongbu Securities. Bislang seien Sony-Smartphones wenig beeindruckend. Das Problem für Sony sei, dass das Unternehmen entscheidende Trends bei Fernsehern und mobilen Geräten verpasst habe.
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Der Verkauf der "Playstation 3"-Konsolen ging wegen notwendiger Preissenkungen im abgelaufenen Geschäftsjahr zurück, und auch mit der "Playstation 2" verdiente Sony weniger Geld. Als Folge fiel in der Unterhaltungselektroniksparte ein operativer Verlust von 229,8 Mrd. Yen an, nach 10,8 Mrd. Gewinn im Vorjahr.
Zugleich will Sony aber auch in neue Geschäftsfelder wie der Medizintechnik investieren. Sony werde sich verändern, sagte Hirai. Unter anderem sollen weltweit 10.000 Stellen - sechs Prozent der Gesamtbelegschaft - abgebaut werden.
Besser sah es im vergangenen Geschäftsjahr im Filmgeschäft aus: Hier konnte Sony unter anderem dank gestiegener Einnahmen im US-Fernsehmarkt die negativen Folgen des starken Yen wettmachen und den Umsatz um 9,6 Prozent erhöhen.
Der Betriebsgewinn verringerte sich allerdings um 4,5 Mrd. auf 34,1 Mrd. Yen. Dafür setzte der starke Yen dem Musiksektor zu: Hier ging der Umsatz um 5,9 Prozent und der Betriebsgewinn um 2 Mrd. auf 36,9 Mrd. Yen zurück, wozu auch höhere Umstrukturierungskosten beitrugen. Hits wie Adele's 21, Beyoncè's 4 und Pitbull's Planet Pit federten die Rückgänge aber ab.