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Merken   Drucken   10.02.2011, 21:26 Schriftgröße: AAA

Mobile Dienste: Bezahlen per Handy elektrisiert Deutsche Telekom

Die Entwicklungszeit ist vorüber: Die Telekom startet eine Offensive für mobile Dienste. Nach FTD-Informationen wird unter anderem eine Plattform für digitale Bücher auf den Markt kommen. von Arndt Ohler  Bonn
Die Deutsche Telekom wird in den kommenden Wochen eine Offensive für mobile Dienste und Produkte starten. "Die kommenden 90 Tage markieren den Beginn, in dem die Arbeit der vergangenen Monate sich nun zu Produkten wandelt", sagte Deutsche Telekom -Vorstand Edward Kozel im Interview mit der FTD. "Wir arbeiten an den verschiedensten Angeboten", so der Amerikaner, der bei dem DAX -Konzern für Technologie und Innovation verantwortlich ist. Eines davon wird eine Lösung für das Zahlen per Handy sein: "Wir sind einer der Spieler in diesem Markt", so der Manager. "Es wird 2011 zur Realität. Die Zeit dafür ist reif." Andere Beispiele nannte Kozel nicht. Nach Informationen der FTD steht die Telekom aber kurz davor, eine Plattform für den Vertrieb digitaler Bücher zu starten. Damit würde die Telekom auch den Onlinebuchladen von Apple angreifen.
Mobile Bezahlsysteme werden eines der bestimmenden Themen auf der am Montag startenden Messe Mobile World Congress in Barcelona sein. In Entwicklungsländern, wo es wenig Banken gibt, werden bereits Zahlungsanweisungen per SMS gegeben, auch Bezahldienste, wie man sie aus dem Internet kennt, gibt es bereits auf dem Handy.
Telekom-Vorstand Edward Kozel ist Amerikaner und erst im Mai 2010 ...   Telekom-Vorstand Edward Kozel ist Amerikaner und erst im Mai 2010 zu dem Bonner Konzern gestoßen
Noch wenig verbreitet ist die Variante, Handys mithilfe von Chips in physische Bezahlmedien als Alternative zu Kreditkarten zu verwandeln. Führende Kreditkartenunternehmen sowie Banken, Mobilfunkbetreiber und Handyhersteller arbeiten derzeit an Lösungen und haben zum Teil erste Pilotprojekte gestartet. Die Unternehmen treibt die Hoffnung, einen neuen Milliardenmarkt erschließen zu können.
"Beim Bezahlen geht es vor allem um große Volumina", sagte Kozel. Denn nur wenn ein System viele Kunden hat, wird es für große Einzelhändler attraktiv, passende Systeme an ihren Kassen einzusetzen. Trotz des Wettbewerbs in der Branche ist daher der Druck hoch, bei diesem Thema zu kooperieren. Der Funkstandard NFC, der die Kommunikation zwischen Handy und Kassen ermöglicht und inzwischen auf den ersten Smartphones eingebaut wird, werde "natürlich eine Rolle spielen".
In den USA will die Telekom zusammen mit den Netzbetreiber AT&T  und Verizon  einen landesweiten Handybezahldienst aufbauen, der auf NFC-Technologie aufsetzen soll. Hierzulande schloss sich T-Mobile im November dem Onlinebezahldienst MPass von Vodafone  und O2 an, der ebenfalls künftig mit NFC arbeiten könnte. Neben zusätzlichen Einnahmen hofft die Telekom, mit den neuen Diensten ihre Kunden längerfristig zu binden.
Für die Netzbetreiber reicht es längst nicht mehr, lediglich neueste Handys oder schnelle Netze zu bieten. Mehr und mehr machen Nutzer ihre Kaufentscheidung von Zusatzangeboten abhängig. "Diese Dienste sind ein Anreiz, der Kunden dazu bewegen soll, mehrere Produkte von einem Unternehmen anzuschauen und möglichst auch zu kaufen", sagte Kozel. Programme wie internetbasierte Kontaktverwaltung, Handyfernsehen oder E-Mail sorgen dafür, dass Kunden mehr Daten über Mobilfunknetze nutzen. Für die Netzbetreiber ein lukratives Geschäft.

Teil 2: LTE spielt in Kozels Planungen keine große Rolle

  • FTD.de, 10.02.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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