Telekom-Vorstand Edward Kozel ist Amerikaner und erst im Mai 2010 zu dem Bonner Konzern gestoßen
Noch wenig verbreitet ist die Variante, Handys mithilfe von Chips in physische Bezahlmedien als Alternative zu Kreditkarten zu verwandeln. Führende Kreditkartenunternehmen sowie Banken, Mobilfunkbetreiber und Handyhersteller arbeiten derzeit an Lösungen und haben zum Teil erste Pilotprojekte gestartet. Die Unternehmen treibt die Hoffnung, einen neuen Milliardenmarkt erschließen zu können.
"Beim Bezahlen geht es vor allem um große Volumina", sagte Kozel. Denn nur wenn ein System viele Kunden hat, wird es für große Einzelhändler attraktiv, passende Systeme an ihren Kassen einzusetzen. Trotz des Wettbewerbs in der Branche ist daher der Druck hoch, bei diesem Thema zu kooperieren. Der Funkstandard NFC, der die Kommunikation zwischen Handy und Kassen ermöglicht und inzwischen auf den ersten Smartphones eingebaut wird, werde "natürlich eine Rolle spielen".
In den USA will die Telekom zusammen mit den Netzbetreiber
AT&T und
Verizon einen landesweiten Handybezahldienst aufbauen, der auf NFC-Technologie aufsetzen soll. Hierzulande schloss sich T-Mobile im November dem Onlinebezahldienst MPass von
Vodafone und O2 an, der ebenfalls künftig mit NFC arbeiten könnte. Neben zusätzlichen Einnahmen hofft die Telekom, mit den neuen Diensten ihre Kunden längerfristig zu binden.
Für die Netzbetreiber reicht es längst nicht mehr, lediglich neueste Handys oder schnelle Netze zu bieten. Mehr und mehr machen Nutzer ihre Kaufentscheidung von Zusatzangeboten abhängig. "Diese Dienste sind ein Anreiz, der Kunden dazu bewegen soll, mehrere Produkte von einem Unternehmen anzuschauen und möglichst auch zu kaufen", sagte Kozel. Programme wie internetbasierte Kontaktverwaltung, Handyfernsehen oder E-Mail sorgen dafür, dass Kunden mehr Daten über Mobilfunknetze nutzen. Für die Netzbetreiber ein lukratives Geschäft.