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Merken   Drucken   04.08.2012, 17:37 Schriftgröße: AAA

Spielebranche: Electronic Arts verklagt Zynga

Die Spiele-Branche ist im Umbruch. Die Rivalität zwischen der alten Garde und jungen Herausforderern könnte vor Gericht ausgetragen werden.
© Bild: 2012 Reuters/ROBERT GALBRAITH
Die Spiele-Branche ist im Umbruch. Die Rivalität zwischen der alten Garde und jungen Herausforderern könnte vor Gericht ausgetragen werden.

Der schwächelnde Onlinespiele-Spezialist Zynga  hat ein großes Problem mehr. Der "Farmville"-Entwickler wurde vom Branchenriesen Electronic Arts  verklagt. Der Vorwurf: Das neue Zynga-Spiel "The Ville" kopiere die Facebook -Version des EA-Klassikers "The Sims".

Bei beiden Spielen ist man in einer virtuellen Welt unterwegs, die man mit der Zeit ausbaut. Electronic Arts behauptet, Zyngas "The Ville" kopiere diverse urheberrechtlich geschützte Elemente seines Spiels "The Sims Social". Es gehe um Design, Animation, Bewegungen und Handlung, hieß es in einem Blogeintrag am Freitag. Zynga warf Electronic Arts im Gegenzug ebenfalls das Nachahmen von Spielen vor.

Die Klage bringt die aktuelle große Rivalität in der Spielebranche erstmals in den Gerichtssaal. Die klassischen großen Spieleanbieter wie Electronic Arts werden immer stärker von jungen Spezialisten für Online- oder Smartphone-Games bedrängt. Die günstigen bis kostenlosen Spiele höhlen die Gewinnmargen der großen Konzerne aus. Die Unternehmen versuchen, mit eigenen Angeboten auf den Zug aufzuspringen. So brachte Electronic Arts im August 2011 auch seinen PC-Klassiker "The Sims" auch zu Facebook.

Zynga ist der größte Entwickler von Facebook-Spielen. Die Firma aus San Francisco wurde vor allem bekannt mit ihrer Simulation "Farmville", bei der virtuelle Bauernhöfe gepflegt wurden. Es folgten Varianten wie "Cityville" oder "Castleville" und im Juni die virtuelle Stadt "The Ville". Das Spielen ist an sich kostenlos, doch einzelne Artikel wie Traktoren oder Möbel kosten Geld.

Mit diesem Geschäftsmodell hatte Zynga sich in den vergangenen Jahren zum Erfolg gespielt, doch das Unternehmen hat immer mehr Probleme. Zynga kommt zwar dank der riesigen Facebook-Plattform auf 274 Millionen Spieler im Monat, doch nur wenige von ihnen geben Geld aus - und zuletzt schien die Bereitschaft dazu auch noch zu sinken.

Zynga nimmt Vorhersage zurück

Nachdem der Spieleentwickler für das vergangene Quartal einen erneuten Verlust meldete und die Jahresprognose zusammenstrich, verlor die Aktie auf einen Schlag 40 Prozent. Das Papier kostete zuletzt nur noch 2,72 Dollar - beim Börsengang im Dezember hatten die Investoren noch 10 Dollar berappen müssen. Verärgerte Anleger reichten in den vergangenen Tagen mehrere Sammelklagen gegen Zynga ein.

Electronic Arts hat bei Facebook deutlich weniger Nutzer als Zynga, nach jüngsten Berechnungen von Marktforschern sind es gut 50 Millionen Spieler im Monat. "The Sims Social" kommen auf drei Millionen Nutzer, der neue Nachfolger "Simcity Social" auf zehn Millionen.

Zynga-Manager Reggie Davis hielt Electronic Arts im Gegenzug vor, "Simcity Social" weise starke Ähnlichkeiten mit Zyngas "CityVvlle" auf. Es sei eine Ironie, dass der Konzern ausgerechnet kurz nach dem Start dieses Spiels die Klage eingereicht habe, schrieb Davis in einer E-Mail an die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

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  • dpa, 04.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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