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Merken   Drucken   08.10.2012, 11:45 Schriftgröße: AAA

Spionage-Verdacht: US-Parlament warnt vor Huawei

Der chinesische Konzern Huawei ist größter Telekom-Ausrüster der Welt. Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses rät ausdrücklich, ihn zu boykottieren. Der Verdacht: China könne sonst die US-Infrastruktur unterwandern.
von Jamil Anderlini, Peking

Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses hat zum Boykott des chinesischen Telekomausrüsters Huawei aufgerufen. Wer sich und sein Land schützen wolle, solle keine Geschäfte mit Huawei machen, sagte Mike Rogers, der Vorsitzende des Ausschusses.

"Wenn Ihnen Ihr geistiges Eigentum am Herzen liegt, wenn Ihnen der Schutz Ihrer Kundendaten wichtig ist, und wenn Sie an der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika interessiert sind, dann würde ich mir einen anderen Anbieter suchen", sagte Rogers am Sonntagabend in der Fernsehsendung "60 Minutes".

Am Montag will der Geheimdienstausschuss die Ergebnisse einer einjährigen Untersuchung veröffentlichen, bei der es um die eventuelle Sicherheitsrisiken geht, die von chinesischen Telekomkonzernen ausgehen, die in den US-Markt einsteigen wollen.

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Den öffentlichen Aussagen von Rogers und anderen Ausschussmitgliedern nach zu urteilen, dürften die Ergebnisse vernichtend ausfallen und Washingtons Entschlossenheit stärken, chinesische Telekomfirmen vom US-Markt fernzuhalten. Neben Huawei, dem nach Umsatz weltgrößten Telekomausrüster, stand auch das chinesische Telekomunternehmen ZTE im Mittelpunkt der Untersuchung.

Der Geheimdienstausschuss befürchtet, dass Peking die US-Regierung einfacher ausspionieren und Handels- sowie Technologiegeheimnisse von amerikanischen Unternehmen ausspähen könnte, wenn Huawei und ZTE große Teile der Telekominfrastruktur in den USA kontrollieren.

Huawei reagierte auf Rogers Aussagen und teilte mit, dem Unternehmen, das in nahezu 150 Ländern tätig ist, werde weltweit Vertrauen und Respekt entgegengebracht. Mike Rogers, ein Republikaner aus dem US-Bundesstaat Michigan, war früher Agent bei der Bundespolizei FBI.

Huawei und ZTE  wurden in den USA schwer dafür kritisiert, dass ihre Aktionärs- und Eigentümerstrukturen so undurchsichtig seien. Beide Unternehmen versichern, sie seien in Privathand und der Großteil der Anteile gehöre Mitarbeitern.

Huawei erzielte im ersten Halbjahr 102,7 Mrd. Yuan (12,5 Mrd. Euro) Umsatz und löste Ericsson aus Schweden als umsatzstärkster Telekomausrüster der Welt ab. Rund 70 Prozent der Erlöse erwirtschaftet Huawei im Ausland. In Großbritannien will der Konzern in den kommenden fünf Jahren 2 Mrd. Dollar investieren und die Belegschaft auf 1500 Mitarbeiter verdoppeln.

Auch in den USA ist das Unternehmen bereits vertreten. Vergangenes Jahr erwirtschaftete Huawei dort rund 1,3 Mrd. Dollar Umsatz, 2010 waren es 760 Mio. Dollar gewesen. Doch obwohl Huawei dort im ersten Halbjahr 2012 rund 820.000 Dollar für politische Lobbyarbeit ausgegeben hat (im Vorjahreszeitraum waren es 200.000 Dollar), gelingt es Huawei bislang nicht, den Verdacht auszuräumen, dass hinter dem Unternehmen die regierende kommunistische Partei Chinas und das immer mächtiger werdende Militär stehen.

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