FTD.de » Wissen » Leben » 77.000 Jahre altes Bett entdeckt

Merken   Drucken   08.12.2011, 20:00 Schriftgröße: AAA

Schlafstatt aus Pflanzen: 77.000 Jahre altes Bett entdeckt

Das Leben in der Steinzeit war an sich schon hart genug. Kein Wunder also, dass auch schon unsere Vorfahren es in der Nacht bequem haben wollten. Nach einem Fund aus Südafrika muss die Geschichte des Betts neu geschrieben werden.
Steinzeitmenschen haben bereits vor rund 77.000 Jahren auf Matten aus Pflanzen geschlafen und gelebt. Diese Entdeckung haben Forscher unter dem Sibudu-Felsvorsprung nahe Ballito in Südafrika gemacht und damit belegt, dass der frühe Homo sapiens bereits rund 50.000 Jahre früher als bisher angenommen seine Nachtruhe nicht nur auf dem kahlen Boden fand.
Die Mutter aller Betten stammt aus Südafrika   Die Mutter aller Betten stammt aus Südafrika
In der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" berichten Archäologen, darunter Christopher Miller von der Universität Tübingen, über ihre Entdeckung von Pflanzenbetten aus Ästen, Riedgras und Binsen. Als eine Art Matratze diente offenbar eine Lage aus Laub.
"Wir haben festgestellt, dass diese speziellen Blätter durch ihre Inhaltsstoffe wohl auch dazu dienten, Insekten fernzuhalten", sagt Miller. Dazu legten unsere Vorfahren zunächst Äste, dann Gras oder Binsen auf den Boden und bedeckten sie zum Schluss mit den Blättern. "Diese Matten oder Bettungen waren aber noch nicht geflochten oder gewoben", sagt Miller. Reste von Knochen und andere Sedimente belegten, dass die Menschen darauf nicht nur schliefen, sondern ihren Alltag verbrachten. An der Ausgrabungsstelle konnten die Wissenschaftler Matten aus unterschiedlichsten Epochen nachweisen, die etwa 38.000 bis 77.000 Jahre alt sind.
  • FTD.de, 08.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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