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Devisenhandel2018-11-28T08:51:25+00:00

Devisenhandel: Eine Einführung

Euro und Dollar sind ein viel gehandeltes Währungspaar (Foto: Fotolia)

Zuletzt aktualisiert am 28.11.2018

Beim Thema Geldanlage geht es nicht immer um mittel- oder langfristige Investments, sondern insbesondere spekulativ eingestellte Anleger möchten häufig innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraumes hohe Gewinne erzielen. Zu diesem Zweck werden am Finanzmarkt zahlreiche Produkte angeboten, wie zum Beispiel Derivate oder auch der Devisenhandel. Devisen sind bekanntlich ausländische Währungen und dienen im Gegensatz zu Sorten nicht zum bar bezahlen, sondern stattdessen handelt es sich um reines Buchgeld. Wir möchten im folgenden Beitrag darauf eingehen, was Devisen auszeichnet und was Sie zum Thema Forex-Trading (Devisenhandel) wissen sollten.

Devisen handeln: Forex-Trading für spekulativ eingestellte Anleger

Beim ausländischen Geld, also aus unserer Sicht bei jeder Währung neben dem Euro, gibt es eine Einteilung in zwei Gruppen. Die erste Gruppe von Währungen wird Ihnen vielleicht aus Ihrem letzten Urlaub bekannt sein, nämlich die sogenannten Sorten. Dabei handelt es sich schlichtweg um Bargeld in einer ausländischen Währung, also beispielsweise um US-Dollar Scheine. Sorten werden in erster Linie im Urlaub verwendet, wenn Sie nämlich im Ausland mit einer fremden Währung in bar bezahlen möchten.

Die zweite große Gruppe von Währungen sind die sogenannten Devisen. Diese Bezeichnung wird für sogenanntes Buchgeld verwendet. Dies bedeutet, dass Sie in diesem Fall die ausländische Währung nicht als Münzen oder Scheine in den Händen halten, sondern stattdessen werden die Devisen auf Konten als Bestand verbucht.

Vielleicht fragen Sie sich an dieser Stelle, in welcher Form nun Devisen die Grundlage für das Forex-Trading, den Devisenhandel, sein können. Tatsächlich sind es nicht die Devisen selbst, sondern in erster Linie ist es der Devisenkurs, der die Basis darstellt. Der Devisenkurs ergibt sich aus dem Wertverhältnis zwischen der Fremdwährung und der eigenen Währung, also in diesem Fall zum Euro. Mittlerweile gibt es weltweit über 100 Währungen, die völlig frei handelbar sind, was eine weitere Grundvoraussetzung für die Funktionsweise des Devisenhandels darstellt.

Die meisten Devisenkurse werden in einem sogenannten Mengenverhältnis gegenüber dem Euro angegeben. Dies bedeutet, dass sich der jeweilige Devisenkurs immer auf einen Euro bezieht. Lautet der Dollarkurs beispielsweise 1,1530, so bedeutet dies, dass Sie für einen Euro eben diese 1,1530 Dollar erhalten. Die Devisenkurse ändern sich während des Handels nahezu sekündlich und exakt aus dieser Tatsache heraus leitet sich die Basis für den Devisenhandel ab. Beim Forex-Trading spekulieren Sie nämlich darauf, dass ein bestimmter Devisenkurs entweder fällt oder steigt.

Grundsätzlich gibt es bezüglich des Devisenkurses drei mögliche Entwicklungen, nämlich:

  • Devisenkurs bleibt gleich
  • Devisenkurs fällt
  • Devisenkurs steigt

Bei der Beurteilung der Veränderung eines Devisenkurses müssen Sie übrigens beachten, dass beispielsweise ein fallender Dollarkurs bedeutet, dass sich die Zahl rein optisch erhöht. Wenn der Kurs des US Dollars also beispielsweise aktuell 1,1530 Dollar beträgt und sich auf 1,1780 Dollar ändert, spricht man von einem Kursrückgang, auch wenn die Zahl größer wird. Dies liegt daran, dass Sie nach der Veränderung für einen Euro mehr Dollar erhalten, der Dollar hat also gegenüber dem Euro etwas an Wert verloren.

Nachdem Sie nun wissen, worum es sich bei Devisenhandel handelt und warum Devisen die Grundlage für das sogenannte Forex-Trading sind, möchten wir im Folgenden näher auf den Handel mit fremden Währungen eingehen. Auf die Entwicklung der Devisenkurse zu spekulieren ist nur deshalb möglich, weil die Kurse zahlreicher Währungen einerseits während der Handelszeiten ständig notiert werden und weil die Währungen grundsätzlich in aller Regel frei zu handeln sind. Der Handel mit Devisen hat aber nicht nur spekulativen Charakter, sondern insbesondere größere Unternehmen nutzen das Forex-Trading auch, um Devisenpositionen abzusichern. Dies kann zum Beispiel nötig sein, wenn man verstärkt mit ausländischen Geschäftspartnern agiert und demzufolge aufgrund der Zahlungen in Fremdwährung ein Währungsrisiko besteht.

Bei Privatpersonen steht allerdings natürlich beim Handel mit Devisen der spekulative Charakter im Vordergrund. Wer am Forex-Trading teilnehmen möchte, benötigt zunächst einmal ein Handelskonto bei einem speziellen Anbieter. Diese Anbieter werden auch als Forex-Broker bezeichnet und stellen die Plattform zur Verfügung, über die Sie anschließend Ihre Aufträge zum Devisenhandel erteilen können. Grundsätzlich funktioniert der Handel mit Devisen also ganz ähnlich wie der Wertpapierhandel, nur dass es eben die Devisenbörsen und nicht die Aktienbörsen sind, über welche der Handel stattfindet. Zudem gibt es beim Forex-Trading keine Präsenzbörsen, also keine Börse vor Ort, sondern der Handel findet ausschließlich online über die Computersysteme statt.

Nachdem Sie ein Handelskonto bei einem Forex-Broker eröffnet haben, müssen Sie nur noch die gewünschte Investitionssumme auf das Konto einzahlen und können dann bereits den ersten Handelsauftrag erteilen. Wichtig ist natürlich, dass Sie sich zunächst für einen Devisenkurs und dessen Richtung entscheiden, auf die Sie spekulieren möchten. Sind Sie beispielsweise der Auffassung, dass der US-Dollar zukünftig gegenüber dem Schweizer Franken an Wert gewinnen wird, entscheiden Sie sich damit automatisch für den Devisenkurs US-Dollar / Schweizer Franken. In diesem Fall spekulieren Sie auf steigende Dollarkurse und würden dann auch Gewinne erzielen können. Beim Devisenhandel ist es demzufolge problemlos möglich, sowohl auf einen fallenden als auch auf einen steigenden Devisenkurs zu spekulieren.

Insbesondere unter der Voraussetzung, dass Sie zum ersten Mal am Forex-Trading teilnehmen, sollten Sie unter anderem wissen, worin sich die zahlreichen handelbaren Währungen unterscheiden. Experten empfehlen Anfängern, sich insbesondere auf die sogenannten Weltwährungen zu konzentrieren. Diese sind vom Kurs her einerseits relativ stabil und zum anderen ist gewährleistet, dass am Devisenmarkt ausreichend Liquidität in der jeweiligen Fremdwährung vorhanden ist. Zu den häufigsten gehandelten Währungen am Devisenmarkt zählen insbesondere:

  • Euro
  • US-Dollar
  • Britisches Pfund
  • Schweizer Franken
  • Japanischer Yen

Die mit Abstand am häufigsten gehandelte Währungskombination ist das Devisenpaare Euro / US-Dollar. Wenn Sie schon häufiger mit Devisen gehandelt haben und sich zumindest nicht mehr als Anfänger fühlen, stehen natürlich noch zahlreiche weitere Währungspaare zur Verfügung, die dann mitunter auch seltenere oder sogar exotische Währungen enthalten können. Dazu sollten Sie allerdings wissen, dass dieses Risiko von Verlusten höher ist als bei den Standardwährungen. Zudem sollten Sie immer mit engen Limits arbeiten, denn gerade bei exotischeren Währungen können bereits kleinere Handelsvolumina den Kurs erheblich in die eine oder andere Richtung bewegen.

Wenn es um das Thema Devisen und Devisenhandel geht, dann sollten Sie einige Fachbegriffe kennen. Ganz besonders wichtig ist vor allem die Bedeutung der folgenden Fachwörter:

  • Leverage
  • Margin
  • Spread

Diese drei häufig auftretenden Fachbegriffe möchten wir im Folgenden gerne kurz erläutern.

Leverage

Der Leverage wird auch als Hebel bezeichnet und stellt eine Geldleihe seitens des Forex-Brokers dar. Nur dem Hebel haben es zahlreiche spekulativ eingestellte Anleger zu verdanken, dass sie überhaupt genügend Kapital besitzen, um die Mindestanforderungen zu erfüllen, die es beim Handel je nach Währung gibt. Die Mindesthandelsgröße beträgt beispielsweise häufig ein Lot, was 100.000 Währungseinheiten entspricht. Der Hebel jedoch sorgt dafür, dass Sie nur einen geringen Anteil Ihres Eigenkapitals einsetzen müssen, denn der mit Abstand größere Teil der Transaktionen wird vom Broker finanziert. Die Hebel bewegen sich meistens im Bereich zwischen 50:1 und 400:1. Möchten Sie beispielsweise 10.000 US-Dollar kaufen, müssen Sie beim Hebel von 100:1 lediglich rund 100 Euro eigenes Kapital investieren.

Margin

Das Margin ist die Sicherheitsleistung, die Sie beim Devisenhandel gegenüber dem Forex-Broker auf Ihrem Handelskonto hinterlegen müssen. Diese Sicherheitsleistung ist verbunden mit dem Hebel. Handeln Sie beispielsweise mit einem Hebel in Höhe von 200:1, müssen Sie ein Margin über lediglich 0,5 Prozent stellen. Dies bedeutet, für jede 100 Euro Handelsgegenwert müssen Sie lediglich 50 Cent als Sicherheitsleistung auf Ihrem Handelskonto vorhalten.

Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, der vom Broker gestellt wird. Somit handelt es sich um den meistens einzigen Kostenfaktor, den Sie beim Forex-Trading zu beachten haben. Je nachdem, welches Währungspaar Sie handeln, bewegen sich die Spreads in der Regel zwischen 1-20 Pips. Ein Pip stellt dabei die kleinste handelbare Währungseinheit dar, also beispielsweise beim Devisenkurs Euro / US-Dollar die vierte Nachkommastelle.

Fazit zum Devisenhandel: für spekulativ eingestellte Anleger geeignet

Devisen sind am Finanzmarkt Instrumente, mit denen insbesondere spekulativ eingestellte Anleger die Möglichkeit nutzen, ihre Chance auf schnelle Gewinne wahrzunehmen. Das Forex-Trading hat definitiv einen sehr spekulativen Charakter, ist aber vor allem deshalb so beliebt, weil schon mit geringem Kapitaleinsatz hohe Gewinne möglich sind. Dafür sorgt der Hebel, denn der Kunde muss nur einen sehr kleinen Teil der des Transaktionswerts selbst aufbringen. Darin besteht aber auch eine große Gefahr, denn bei zwischenzeitlichen Verlusten schließen die Forex-Broker Positionen automatisch, sodass Totalverluste beim Handel mit Devisen keine Seltenheit sind.

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