Kolumnen

Wie man in 2022 doch Krypto Millionär wurde

  • Foto von Axel Daffner

Ein wildes Jahr für Aktien, Renten und Kryptoassets geht langsam zu Ende. Die Notenbanker sind aktuell damit beauftragt das brennende Haus der Volkswirtschaft mit einem Hammer zu löschen und Investoren horten Liquidität für ruhigere Zeiten. Wie schon Winston Churchill sagte: „Verschwende niemals eine gute Krise“. Daher haben wir ein paar Wege beschrieben, wie man in diesem Jahr doch noch dem exklusiven Klub der Krypto Millionäre beitreten konnte.

1. Im Jahr 2021 Krypto-Milliardär sein

Wer als unter 30-Jähriger in weniger als fünf Jahren ein Vermögen von mehr als 20 Milliarden Dollar aufbauen konnte, hat es geschafft. In der Kryptowelt gibt es zahlreiche Menschen, die das Potenzial von Bitcoin früh erkannt, investiert und Unternehmen aufgebaut haben, deren Wert sie in den erlesenen Kreis der Multimilliardäre katapultiert hat.

Penthäuser, Politik und Philanthropie gehören für diesen elitären Club von Krypto-Milliardären zum Tagesgeschäft.

In diesem Jahr begann mit Terra Luna im März eine Reihe von Krypto-Konkursen. Glücklicherweise gab es einen charismatischen Krypto-Milliardär am Krypto-Himmel: Sam Bankman Fried, auch bekannt als SBF. Der 30-Jährige hatte Informatik an der Eliteuniversität MIT studiert, bei namhaften Wall-Street-Firmen gearbeitet und sich früh mit Kryptowährungen beschäftigt – ein bekanntes Muster. Der Gründer des Hedgefonds Alameda Research und der Kryptobörse FTX sowie Programmierer des Tokens FTT hatte durch seine zahlreichen Projekte in nur fünf Jahren ein Vermögen von rund 22 Milliarden Dollar aufgebaut. Er gehörte damit zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Sein unvorstellbar großes Vermögen nutzte er nicht nur, um sein Outfit, bestehend aus Turnschuhen und T-Shirts, ständig zu erneuern, sondern auch, um andere Kryptounternehmen vor dem Bankrott zu retten. Mit Kapitalerhöhungen rettete er noch im August 2022 den Betrieb von BlockFi und Voyager Digital und gab über eine Milliarde US-Dollar aus, um die Kryptoindustrie zu retten, obwohl auch sein eigener Geschäftsbetrieb unter dem Krypto-Crash litt. Seine Rücklagen aus erfolgreichen Finanzierungsrunden für seine Unternehmen schienen keine Grenzen zu kennen. Ein einziger Zeitungsartikel mit 450 Wörtern vom 2. November 2022 änderte jedoch abrupt sein Vermögen, seinen Ruf und das allgemeine Vertrauen in die Kryptoindustrie. Die rechtlich getrennten Einheiten des Hedgefonds Alameda und der Börse FTX waren doch enger miteinander verflochten als erwartet. Der Fonds bediente sich an Kundengeldern, die auf der Börse lagen, gab der Börse den Token FTT als Sicherheit dafür und verspielte munter Milliarden von Kundengeldern. Die Bilanzen der beiden Unternehmen wiesen hohe Positionen in dem FTT-Token auf, dessen Wert von anderen Marktteilnehmern plötzlich in Frage gestellt wurde. Ein daraus resultierender „Bank-Run“ auf die FTX-Börse zeigte, dass die Kundengelder nicht in vollem Umfang zur Abhebung zur Verfügung standen. Da die Kryptobörse Kundengelder als Forderungen und nicht als Einlagen betrachtet, meldete die FTX-Börse kurzerhand Konkurs an, und das Vermögen von SBF stürzte am selben Tag von 22 Milliarden auf einen dreistelligen Millionenbetrag ab – der größte Vermögensverlust einer Einzelperson seit langem. Jetzt sitzt der einst so charmante Gründer auf den Bahamas in Haft und wartet auf seine Auslieferung an die amerikanische Justiz.

Was bleibt, ist ein junger Krypto-Millionär, der nun den Regulierungsprozess hautnah miterleben darf und ein paar einsame Penthäuser, die an bessere Zeiten erinnern.

2. Ein Gründer eines regenerative Finance Startups sein

Leveraging Deep Tech to enable a Carbon neutral Future for coming generations“ klingt wahrlich inspirierend und macht in einer von Unsicherheit geplagten Zeit Hoffnung auf eine Zukunft ohne Polykrisen.

Genau dieses Gefühl können Gründer von Blockchain-Unternehmen derzeit bei Investoren wecken, die sich trotz eines schwierigen Marktumfelds Rekordfinanzierungsrunden sichern.

Der Gründer der Bürovermietungsplattform WeWork Adam Neumann war bis zum Frühjahr 2022 aus dem Medienfokus verschwunden. Im Mai verkündete die Presse eine Finanzierungsrunde in Höhe von 70 Millionen US-Dollar für sein neues Unternehmen FlowCarbon. Dieses Startup nutzt die Blockchain-Technologie, um einen tokenbasierten Handel mit CO2-Zertifikaten zu ermöglichen. Es löst das Problem des regional unterschiedlichen und undurchsichtigen Marktes für CO2-Zertifikate, indem es sich auf die transparenteste und globalste Technologie für Finanztransaktionen stützt, so die Marketingunterlagen des Unternehmens. Über FlowCarbon können sich Kunden einen schnellen und kostengünstigen Zugang zu CO2-Zertifikaten sichern, die vor allem für Immobilienentwicklungsprojekte gesetzlich vorgeschrieben sind. FlowCarbon ist nicht das einzige Unternehmen, das den Handel mit CO2-Zertifikaten mithilfe der Blockchain-Technologie revolutionieren will: Gründer von Toucan Protocol oder Senken konnten in diesem Jahr inmitten des Krypto-Crashs große Investments generieren, die diese Gründer ebenfalls zu Millionären machten – zumindest nach dem Buchwert ihres Anteils.

3. Eine große neue Blockchain einführen

Seit 13 Jahren gibt es das Prinzip der Blockchain-Technologie: ein dezentralisiertes, byzantinisches, fehlersicheres Hauptbuch. Obwohl derzeit nur die Blockchains von Bitcoin und Ethereum stabil, ohne Ausfälle und mit einem tatsächlichen semi-dezentralen Netzwerk funktionieren, gibt es immer wieder zahlreiche Versuche, das Blockchain-Rad neu zu erfinden. Cardano, Polkadot, Solana, Binancechain, Cosmos und viele mehr wurden erst vor wenigen Monaten als die Blockchains der Zukunft in den Krypto-Himmel gehoben und konnten viel Geld von Investoren einsammeln, oft sehr zum Vorteil der Gründer.

Das Team um die ehemaligen Facebook-Mitarbeiter Mo Shaikh und Avery Ching konnte in den letzten Jahren rund 300 Millionen Dollar an Risikokapital aufbringen, um die Aptos Blockchain aufzubauen. Mit technischen Innovationen wie der parallelen Ausführung und der damit verbundenen Fähigkeit, 160.000 Transaktionen pro Sekunde zu verarbeiten, sowie einer speziell für Aptos entwickelten Programmiersprache waren die Erwartungen sehr hoch. Laut den Entwicklern und Marketingteams standen andere Blockchains vor dem Aussterben. Im Oktober 2022 wurde der native Token APT an allen Kryptobörsen gelistet, damit auch Kleinanleger an der großen neuen Blockchain teilhaben konnten. Wie später bekannt wurde, befand sich ein überwältigender Teil der Token in den Händen des Gründerteams und von Risikokapitalgebern. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ein

4. Leerverkäufer von Kryptowährungen oder Aktien

Eine kaputte Uhr geht auch zweimal am Tag richtig, wurde in den letzten Jahren von Crash-Propheten verspottet. Leerverkäufer leihen sich Aktien und verkaufen sie sofort, in der Hoffnung, die geliehenen Aktien zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen. Leerverkäufer, die von fallenden Kursen profitieren, hatten es in den letzten Jahren, mit Ausnahme von ein oder zwei DAX-Werten, in dem stetig steigenden Markt schwer. Fundamentale Daten wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis wurden teilweise bereits durch das Kurs-Umsatz-Verhältnis ersetzt und treiben Value-Investoren in die Enge. Die Tesla-Aktie war nicht nur dafür bekannt, maßlos überteuert zu sein, sondern auch dafür, jeden Leerverkäufer, der diese These vertrat, in die Insolvenz oder in den Wahnsinn zu treiben. Es überrascht nicht, dass sich in genau dieser Investorengruppe auch überdurchschnittlich viele ausgesprochene Krypto-Gegner finden.

Doch was lange währt, wird endlich gut. Denn dieses Jahr haben sie nach einer langen Geduldsprobe endlich Recht bekommen. Während die Portfolios einiger Star-Investoren im Technologiesektor zu Dritten wurden, konnten Leerverkäufer, die gegen die seit Jahren in der Kritik stehenden Unternehmen wetteten, hohe Gewinne einfahren. Unternehmen wie MicroStrategy gehörten mit einer Leerverkaufsquote von rund 40 % zu den am stärksten leerverkauften Aktien an den Börsen. In einem Bericht von s3 Partners wurde berechnet, dass Leerverkäufer von Coinbase-Aktien im Jahr 2022 rund 1,3 Mrd. an Gewinnen einstrichen. Der Anbieter von digitalen Vermögenswerten Coinshares stellte fest, dass im September 2022 ein neues Allzeithoch in Kryptowährungen erreicht wurde: Mit 158 Millionen US-Dollar verzeichnete das Unternehmen das höchste Volumen in seinen Produkten, die auf eine negative Entwicklung von Kryptowährungen setzen.

Es ist jedoch wichtig, daran zu denken, dass Leerverkäufer ihre Positionen zurückkaufen, wenn sich die Stimmung am Aktienmarkt wieder zum Positiven wendet, was oft zu einer Aufwärtsrallye beiträgt.

5. Durch Sponsorenverträge von Kryptounternehmen.

Wer die Gehälter von DAX-Vorständen für überzogen hält, muss beim Anblick der Twitch-Leaks 2021 in Ohnmacht gefallen sein: Die von Amazon übernommene Plattform Twitch ermöglicht es Streamern – vor allem solchen, die live Computerspiele übertragen -, sich ihre Streams über ein Bezahlsystem durch Abonnements oder Trinkgelder ihrer Fans bezahlen zu lassen.

Die bekanntesten Topverdiener der Plattform Critical Role (ca. 10 Mio. USD Jahresgehalt) oder xQcOW (8,5 Mio. USD Jahresgehalt) oder DrDisrespect (3 Mio. USD Jahresgehalt) verdienen allein durch ihre Streams DAX-Vorstandsgehälter oder MDAX-Vorstandsgehälter. Doch bei diesen Einnahmen bleibt es nicht, denn hier kommen noch Gelder aus Sponsorenverträgen hinzu.

So hatte die ehemalige Kryptobörse FTX im Jahr 2021 das eSports-Gaming-Team TSM – eine Profimannschaft von Computerspielern – für 210 Millionen USD unter Vertrag genommen und ihm bis vor kurzem Millionengehälter gezahlt. Zum Vergleich: Im Jahr 1868 kauften die Vereinigten Staaten Alaska für 1,2 Millionen US-Dollar, was inflationsbereinigt heute etwa 140 Millionen US-Dollar entsprechen würde. Laut Businessinsider hat kürzlich eine Kampagne vieler Streamer und Youtuber begonnen, sich bei den Zuschauern für die Werbung für verschiedene Krypto-Plattformen zu entschuldigen, nachdem viele Fans auf Anraten von Internet-Prominenten Konten eröffnet hatten und nun einen Totalverlust erlitten haben. Die Gebühren und Provisionen für die Marketingkampagnen müssen in die Millionen gehen, wurden aber in den Entschuldigungsschreiben nicht angesprochen.

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