Das Wichtigste in Kürze
  • Häufig verursachen Girokonten hohe Kosten beim Kunden. Bei kostenlosen Girokonten können Sie wiederum einen Großteil der ansonsten anfallenden Gebühren anfallen.
  • Kostenlose Girokonten gibt es fast ausschließlich bei Direktbanken. Der Vorteil: Direktbanken können Personalgebühren und Filialen einsparen und erlassen daher dem Kunden diese Kosten.
  • Beispiele für Banken mit kostenlosen Girokonten sind ING, DKB, comdirect, norisbank und N26.
Kostenloses Girokonto
Ein kostenlose Girokonten gibt es fast ausschließlich nur noch bei Direktbanken, da hier unter anderem Personalkosten eingespart werden.

Das Girokonto zählt eindeutig zu den Bankprodukten, die bei den Kunden die meisten Kosten verursachen. Dennoch ist gerade dieses Konto nahezu unverzichtbar, denn spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie ein Gehalt, eine Ausbildungsvergütung oder sonstige Einnahmen erhalten, ist es notwendig, ein Girokonto zu eröffnen.

Aufgrund des vielfältigen Angebots am Markt ist allerdings so, dass nicht zwangsläufig jedes Girokonto mit Kosten verbunden sein muss, denn manche Banken bieten das Girokonto kostenlos an.
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1. Welche sind die TOP-3 kostenlosen Girokontos?

Anbieter Besonderheiten
>> DKB
  • Keine Kontoführungsgebühr
  • Weltweit kostenlos Bargeld
  • Keine Fremdwährungsgebühren (Aktivkunden)
>> Norisbank
  • Keine Kontoführungsgebühr
  • Weltweit kostenlos Bargeld
  • SB-Banking bei der Deutschen Bank
>> Comdirect
  • Keine Kontoführungsgebühr
  • Weltweit kostenlos Bargeld
  • Bargeld einzahlen bei der Commerzbank

2. Welche Gebühren fallen für gewöhnlich beim Zahlungsverkehr an?

Drei Gebührenmodelle
  • Grundgebühr ohne weitere Kosten
  • Mischung aus Grundgebühr und Einzelabrechnung der Buchungsposten
  • Jede Buchung wird einzeln abgerechnet, keine Grundgebühr

Bevor im Detail auf das kostenlose Girokonto eingehen, möchten wir kurz erläutern, welche Gebühren Sie im Zusammenhang mit Benutzung des Zahlungsverkehrs für gewöhnlich zahlen müssen.

In dem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass die zahlreichen Kreditinstitute, die ein Girokonto zur Verfügung stellen, mit teilweise ganz unterschiedlichen Gebührenmodellen arbeiten.

Das im Privatkundenbereich mittlerweile gängigste Modell ist das Belasten einer monatlichen Grundgebühr, die alle gewöhnlichen Leistungen enthält, die in Verbindung mit dem Girokonto stehen.

In diesem Fall wird also nicht mehr jeder einzelne Buchungsposten abgerechnet, sondern stattdessen zahlt der Kunde beispielsweise einen monatlichen Pauschalbetrag in Höhe von zwölf Euro.

Girokonto kostenlos
Die Eröffnung eines Girokontos muss hinsichtlich möglicher Kosten gut durchdacht sein,

Damit Sie nun beim Vergleich entscheiden können, welches dieser drei Gebührenmodelle für Sie am günstigsten ist, sollten Sie natürlich wissen, wie viele Buchungen durchschnittlich pro Monat über Ihr Konto laufen.

Erst dann können Sie entscheiden, ob die Modelle mit pauschaler Grundgebühr, die Modelle mit einer Mischung zwischen Grundgebühr und Einzelabrechnung oder die Modelle am günstigsten sind, bei denen jede einzelne Buchung separat berechnet wird.

Diese Rechenarbeit können Sie sich natürlich sparen, wenn Sie sich direkt für eine Bank entscheiden, die das Girokonto kostenlos zur Verfügung stellt.

2.1. Kostenlose Girokonten fast ausschließlich bei Direktbanken

Die Direktbanken sind bekannt dafür, dass sie im Vergleich zu den Filialbanken häufig günstigere Konditionen anbieten. Dies gilt sowohl für Anlagekonten als auch Kredite.

Darüber hinaus gibt es nur wenige Filialbanken gibt, die kostenlose Girokonten anbieten. Diese finden sich heutzutage in den meisten Fällen bei Direktbanken, die auf die Kontoführungsgebühren und weitere Kosten im Zusammenhang mit dem Girokonto verzichten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass Sie sich insbesondere unter den Direktbanken umsehen, wenn Sie auf der Suche nach einem kostenlosen Girokonto sind.
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Aktuell sind es unter anderem die folgenden Kreditinstitute, die ein kostenloses Girokonto zur Verfügung stellen:

Kostenlos heißt in dem Zusammenhang, dass keine Kontoführungsgebühren berechnet werden. Dies bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass alle gewöhnlichen Leistungen im Zusammenhang mit dem Konto gebührenfrei sind. Daher ist es wichtig, dass Sie auch bei kostenfreien Girokonten genau hinsehen, welche Leistungen tatsächlich gebührenfrei sind und wofür Sie vielleicht doch Geld zahlen müssen.

2.2. Kostenfreiheit nicht selten an eine Bedingung geknüpft

Ein kleiner Fallstrick bei den kostenfreien Girokonten besteht häufiger darin, dass der Verzicht auf die Gebühren seitens der Bank an eine Bedingung geknüpft ist. Dies bedeutet, dass das Konto nicht auf jeden Fall kostenfrei ist, sondern stattdessen müssen Sie mindestens eine Voraussetzung erfüllen.

Somit wird am Markt zwischen den bedingungslos und den kostenfreien Konten unterschieden, die eben an eine Bedingung geknüpft sind. Eine solche zu erfüllende Voraussetzung kann beispielsweise wie folgt aussehen:

  • Anlagekonto mit mindestens 10.000 Euro Guthaben bei der gleichen Bank
  • Monatlichen Geldeingang von mindestens 1.000 Euro
  • Monatliche Gehaltsbuchung von mindestens 1.200 Euro
In erster Linie wird also ein monatlicher Geldeingang – in welcher Form auch immer – oder konkret die Buchung des Gehalts vorausgesetzt, wenn Sie das Konto tatsächlich kostenfrei nutzen möchten. Können Sie diese Bedingung nicht erfüllen, berechnet die Bank auch bei einem beworbenen kostenfreien Girokonto in aller Regel den üblichen Satz.

2.3. Meistens sind nicht alle Leistungen kostenfrei

Wie in einem der vorherigen Abschnitte bereits erwähnt, bedeutet ein kostenfreies Girokonto nicht automatisch, dass tatsächlich alle Leistungen im Bereich des Zahlungsverkehrs gebührenfrei sind. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Sie die folgenden Leistungen und Services zusätzlich bezahlen müssen:

  • Einrichtung und Änderung eines Dauerauftrages
  • Rückgabe einer Lastschrift
  • Girokarte zum Konto
  • Kreditkarte zum kostenlosen Girokonto
  • Beleghafte Überweisung einreichen

Es lohnt sich demzufolge, dass Sie genau hinsehen, welche Leistungen und Services eigentlich von der Kostenfreiheit betroffen sind. Nahezu alle Banken berechnen übrigens mittlerweile für das Einreichen von beleghaften Überweisungen, die eben nicht online durchgeführt werden, einen nicht geringen Gebührenbetrag.

2.4. Dispozinsen beim Vergleich nicht außer Acht lassen

Das kostenlose Girokonto ist definitiv eine gute Möglichkeit, um im Bereich dieses Zahlungsverkehrskontos Geld zu sparen. Dabei sollten Sie allerdings nicht vergessen, noch einen weiteren häufigen Kostenfaktor mit in den Vergleich einzubeziehen, nämlich die Dispozinsen, die bei kostenlosen Girokonten durchaus sich deutlich niederschlagen können.

Es nützt Ihnen nämlich wenig, wenn Sie zwar auf der einen Seite jährlich beispielsweise 80 Euro an Kontoführungsgebühren sparen, weil Sie sich für ein kostenloses Konto entschieden haben, auf der anderen Seite die Bank allerdings vergleichsweise hohe Dispozinsen von beispielsweise zwölf Prozent berechnet.

In der Regel machen die Sollzinsen für die Kontoüberziehung nämlich aufs Jahr gerechnet einen wesentlich höheren Betrag aus, falls Sie den Dispositionskredit Ihres kostenlosen Girokontos zumindest hin und wieder nutzen, als es bei den Kontoführungsgebühren der Fall ist.

Dies möchten wir Ihnen gerne am folgenden Beispiel verdeutlichen. Wir stellen in diesem Fall zwei Angebote im Bereich des Girokontos gegenüber, wobei ein Konto kostenlos ist und das zweite Konto beinhaltet die Berechnung monatlicher Kontoführungsgebühren.

Art des Girokontos Konditionen
Girokonto ohne Kontoführungsgebühren
  • Kontoführungsgebühren: 0 Euro
  • Dispozinssatz: 12,2 Prozent
  • Durchschnittliche Inanspruchnahme des Dispokredites: 5.000 Euro
  • Dispozinsen: 660 Euro
  • Jährliche Gesamtkosten: 660 Euro
Girokonto mit Kontoführungsgebühren
  • Kontoführungsgebühren: 96 Euro pro Jahr
  • Dispozinssatz: 7,90 Prozent
  • Durchschnittliche Inanspruchnahme des Dispokredites: 5.000 Euro
  • Dispozinsen: 395 Euro
  • Jährliche Gesamtkosten: 491 Euro

Wie Sie an diesem Beispiel erkennen, wird zwar beim ersten Konto keine Kontoführungsgebühr berechnet. Da der Dispozins aber wesentlich höher als beim zweiten Girokonto ist, fallen für Sie als Kunde dennoch insgesamt höhere Gesamtkosten pro Jahr an.

3. Weiterführende Fragen zur Thematik der kostenlosen Girokonten

  • 3.1. Was sind gängige Prämien bei kostenlosen Girokonten?

    Die gängigste Prämie für die Eröffnung von kostenlosen Girokonten sind Geldprämien. So handhabt es u.a. die Postbank. Die Eröffnung eines kostenlosen Girokontos bei der Commerzbank bringt ebenfalls eine dreistellige Geldprämie mit sich, zudem gibt es einen kostenlosen Kontowechselservice. Bei anderen Banken wie den Volksbanken-Raiffeisenbanken erhält man zum Girokonto eine kostenlose Kreditkarte als Prämie dazu. Targobank und N26 können immerhin noch für sich beanspruchen, dass das kostenlose Girokonto online in wenigen Schritten eröffnet werden kann. Die Sparkassen hingegen verzichten auf solche Möglichkeiten. Es gibt bei den Sparkassen auch keine kostenlosen Girokonten für Schüler/Studenten.
  • 3.2. Gibt es auch kostenlose Girokonten für Rentner und Kinder? Wie ist die Regelung bei Selbstständigen?

    Ja, es gibt selbstverständlich kostenlose Girokonten auch für Kinder und Rentner. Die Stiftung Warentest/finanztest hat bei einem Test über 100 kostenlose Girokonten für Kinder ermittelt. Auch Selbstständige können natürlich kostenlose Girokonten eröffnen, mitunter auch verbunden mit gewissen Prämien.
  • 3.3. Kann man ein kostenloses Girokonto ohne Schufa und/oder ohne Gehaltseingang eröffnen?

    Ein kostenloses Girokonto ohne Gehaltseingang zu eröffnen ist möglich, nur drohen hierbei hohe Dispozinsen. Ein kostenloses Girokonto ohne Schufa zu eröffnen ist zurzeit bei den gängigen Banken nicht möglich.
  • 3.4. Gibt es kostenlose Girokonten mit Partnerkarten?

    Ja, bspw. bei der DKB gibt es ein kostenloses Gemeinschaftskonto. Die DKB wurde im Übrigen beim Girokonto-Vergleich 2020 des Focus Testsieger. Das Onlinebanking des kostenlosen Girokontos überzeugte die Tester nachhaltig.
  • 3.5. Können auch Vereine ein kostenloses Girokonto eröffnen? Wie sieht es mit Gewerben aus?

    Sowohl Vereine (bspw. bei N26) als auch Gewerbe können kostenlose Girokonten eröffnen, bspw. bei der Deutschen Skatbank.
  • 3.6. Warum bieten vor allem Direktbanken kostenlose Girokonten an? Wirken fehlende Filialen sich aus?

    Direktbanken haben einen geringeren Kostenaufwand, vor allem durch das Fehlen bzw. Betreiben von Filialen. Kostenlose Girokonten sind daher deutlich einfacher zu finanzieren.

Bildnachweise: PhotographyByMK/shutterstock, PhotographyByMK/shutterstock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)