Die Unruhen schaden der ägyptischen Wirtschaft: Ein brennendes Einkaufszentrum in Kairo
Als erste Ratingagentur reagierte
Moody's auf die Proteste in Ägypten. Das US-Unternehmen senkte die Bonitätsnote des Landes von Ba1 auf Ba2. Die Risikoprämien auf ägyptische Staatsanleihen zogen daraufhin kräftig an: Die Renditen auf Zehnjahrespapiere stiegen laut Daten der
Royal Bank of Scotland um 0,55 Prozentpunkte auf einen Rekord von 7,25 Prozent. Steigende Renditen gehen bei Anleihen mit fallenden Kursen einher, signalisieren also Verkäufe.
An den europäischen Börsen beruhigte sich die Lage im Laufe des Tages weitgehend. Der Aktienindex FTSEurofirst 300 notierte am späten Nachmittag 0,1 Prozent im Plus bei 1145 Zählern. Der deutsche Leitindex
DAX lag bei 7084 Punkten und damit nur mehr 0,3 Prozent im Minus, nachdem er am Vormittag zeitweise auf 7033 Punkte abgerutscht war.
Börse und Banken in Kairo geschlossen
Besonders deutlich machte sich die Sorge um Ägypten an den asiatischen Börsen bemerkbar: Der japanische
Nikkei -Index fiel um 1,2 Prozent auf 10.238 Zähler, den tiefsten Stand seit einem Monat. Der koreanische Kospi sackte um 1,8 Prozent ab, der indonesische Jakarta Composite sogar um zwei Prozent. Der Schwellenländer-Index MSCI Emerging Markets sank um 0,7 Prozent auf ein Sechswochentief. Die Börse in Kairo war in der vergangenen Woche geschlossen worden, nachdem der Leitindex EGX30 binnen wenigen Tagen um 16 Prozent abgestürzt war.
Die Banken in Kairo blieben am Montag ebenfalls geschlossen. Terminkontrakte auf das ägyptische Pfund verloren aber weiter an Wert. Die Märkte wetten darauf, dass die Währung gegenüber dem Dollar binnen drei Monaten um mehr als fünf Prozent abstürzt.