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Merken   Drucken   29.12.2010, 21:12 Schriftgröße: AAA

Bewertung von Hightechwerten: Mehr Einblick in die neue Internetblase

Leitartikel Die US-Börsenaufsicht SEC tut gut daran, von nicht börsennotierten Technologieunternehmen wie Facebook Details über deren Aktienhandel am Sekundärmarkt zu verlangen. Doch noch wichtiger ist, dass die Offenlegungsvorschriften verschärft werden.
Falls die Geschichte sich wiederholt, kann die US-Börsenaufsicht SEC von sich behaupten, diesmal frühzeitig aufgewacht zu sein: Offenbar hellhörig geworden durch die immer höheren Milliardenbewertungen von Internetunternehmen, fordert sie von den Beteiligten detaillierte Informationen über den Aktienhandel am Sekundärmarkt.
Dieser Schritt ist richtig und überfällig. Schlichte Lebenserfahrung lehrt, dass Milliardensummen, wie sie inzwischen bei Facebook, Twitter und anderen Social-Network-Unternehmen im Spiel sind, die schlechtesten Eigenschaften in Menschen zutage fördern: Gier und kriminelle Energie. Gier befördert wiederum die Bildung von Blasen - selbst dann, wenn wie am Sekundärmarkt nur eine überschaubare Zahl von Profiinvestoren beteiligt ist.
Dass gerade die Hightechbranche trotz ihrer Bemühungen um ein blitzsauberes Image nicht gegen kriminelle Machenschaften gefeit ist, zeigte sich erst vergangene Woche wieder, als die US-Bundespolizei vier Mitarbeiter von Silicon-Valley-Firmen wegen Geheimnisverrats verhaftete. Auf Grundlage ihrer Informationen sollen Hedge-Fonds auf Aktiensprünge bei Apple  gewettet haben.
Doch selbst wenn derzeit bei Facebook, Twitter und den anderen sozialen Netzwerken alles mit rechten Dingen zugeht, sollte die SEC weiterhin ein wachsames Auge auf den Sekundärmarkt haben. Denn die Investoren, die dort jetzt auf hohem Niveau einsteigen, setzen darauf, ihre Anteile später zu noch höheren Bewertungen am Primärmarkt weiterzuverkaufen. Dann wächst die Versuchung, die Börsengänge mit allen Mitteln zum Erfolg machen zu wollen. Eine gut informierte, auf alles vorbereitete Börsenaufsicht sollte darüber wachen, dass diese Mittel innerhalb des Legalen bleiben.
In dem Maß, in dem der Sekundärmarkt wichtiger wird, sollte die SEC sich nicht darauf beschränken, Informationen einzuholen, sondern auf mehr Transparenz hinarbeiten. So sollte bei Fondsgesellschaften, die mehrere Investoren bündeln, jeder einzelne Investor als solcher gezählt werden. Dann würde Facebook beispielsweise die Grenze von 500 Investoren überspringen, ab der auch nicht börsennotierte Unternehmen ihre Geschäftszahlen offenlegen müssen. Das wäre ein erster Schritt, damit die Geschichte sich nicht wiederholt.
02:18:19 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Apple 451,946 EUR   +1,09%  4.88
  • Aus der FTD vom 30.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 31.12.2010 09:35:02 Uhr   Nils: Vertrauen auf die SEC

    Als Anleger würde ich keine Hoffnungen auf die SEC setzen. Bisher war diese Behörde vor allem sehr effektiv darin die Täter zu schützen, fast schon kriminell fahrlässig. Entgangen sind ihr unter anderem, trotz Hinweisen, Madoff, Enron und Allied Capital.

    Grade Unternehmen wie Facebook oder twitter braucht man vorher garnicht mehr künstlich zu hypen ;)

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