Dass gerade die Hightechbranche trotz ihrer Bemühungen um ein blitzsauberes Image nicht gegen kriminelle Machenschaften gefeit ist, zeigte sich erst vergangene Woche wieder, als die US-Bundespolizei vier Mitarbeiter von Silicon-Valley-Firmen wegen Geheimnisverrats verhaftete. Auf Grundlage ihrer Informationen sollen Hedge-Fonds auf Aktiensprünge bei
Apple gewettet haben.
Doch selbst wenn derzeit bei Facebook, Twitter und den anderen sozialen Netzwerken alles mit rechten Dingen zugeht, sollte die SEC weiterhin ein wachsames Auge auf den Sekundärmarkt haben. Denn die Investoren, die dort jetzt auf hohem Niveau einsteigen, setzen darauf, ihre Anteile später zu noch höheren Bewertungen am Primärmarkt weiterzuverkaufen. Dann wächst die Versuchung, die Börsengänge mit allen Mitteln zum Erfolg machen zu wollen. Eine gut informierte, auf alles vorbereitete Börsenaufsicht sollte darüber wachen, dass diese Mittel innerhalb des Legalen bleiben.
In dem Maß, in dem der Sekundärmarkt wichtiger wird, sollte die SEC sich nicht darauf beschränken, Informationen einzuholen, sondern auf mehr Transparenz hinarbeiten. So sollte bei Fondsgesellschaften, die mehrere Investoren bündeln, jeder einzelne Investor als solcher gezählt werden. Dann würde Facebook beispielsweise die Grenze von 500 Investoren überspringen, ab der auch nicht börsennotierte Unternehmen ihre Geschäftszahlen offenlegen müssen. Das wäre ein erster Schritt, damit die Geschichte sich nicht wiederholt.