FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Analysten halten Goldpreis von 5000 Dollar für möglich

Merken   Drucken   26.07.2011, 10:18 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Analysten halten Goldpreis von 5000 Dollar für möglich

Das Edelmetall notiert nahe seines Rekordhoch. Und Strategen glauben, dass die Rally noch lange nicht vorbei. von Bernd Mikosch 
Der Goldpreis  eilt von Rekord zu Rekord - und veranlasst Analysten dazu, ihre Prognosen immer weiter in die Höhe zu schrauben. Am Montag kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls zeitweise 1622,49 Dollar. Dem Datenanbieter Reuters zufolge ist dies das fünfte Rekordhoch in den vergangenen zehn Handelstagen. Seit Monatsbeginn hat sich das Edelmetall damit um etwa acht Prozent oder mehr als 100 Dollar verteuert. Am Dienstagvormittag gabe die Notierung leicht auf 1613 Dollar nach.
Kursinformationen und Charts
  Gold 1553,97 USD  [-2.5 -0,16%
"Solange die Märkte von den globalen Unsicherheiten geprägt werden, ist ein Anziehen der Goldnotierungen programmiert", schreiben die Rohstoffanalysten der Commerzbank in einem am Montag verschickten Marktkommentar. Als Grund für den Preissprung am Montag nannten Beobachter vor allem die am Wochenende ergebnislos beendeten Gespräche zwischen Demokraten und Republikanern über die US-Haushaltssanierung und die Anhebung der Schuldengrenze. Bleibt eine Einigung aus, drohen der größten Volkswirtschaft der Welt eine zeitweise Zahlungsunfähigkeit und der Verlust der Topbonitätsnote.
Nach der jüngsten Rekordjagd des Edelmetalls heben Analysten und Anlagestrategen ihre Goldprognosen an. Mike Turner, Chefstratege bei Aberdeen Asset Management in London, traut der Notiz auf Sicht von zwölf Monaten einen Sprung um rund ein Viertel auf 2000 Dollar zu. Als Grund nennt er unter anderem die schwindende Kaufkraft von Papiergeld.
"Wir rechnen damit, dass der Goldpreis bis 2014 rund 2000 Dollar erreichen wird", sagte Yan Chen, Chef des Metallgeschäfts von Standard Chartered in Hongkong, vergangene Woche der Nachrichtenagentur Bloomberg. Bis 2020 könnte der Preis sogar auf 5000 Dollar steigen, sagte er. Chens Prognosen basieren nicht auf der aktuellen Verunsicherung der Investoren, sondern vielmehr auf der steigenden Kaufkraft in China und Indien.
Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst der Landesbank Baden-Württemberg, hält auf Sicht von zwölf Monaten einen Anstieg auf 1750 Dollar für realistisch. "Durch die Zuspitzung der Euroland- wie auch der US-Schuldenkrise könnten in den kommenden Wochen und Monaten Ereignisse eintreten, die das Potenzial haben, den Goldpreis stark zu bewegen", schreibt er in einem aktuellen Marktausblick.
Die LBBW rechne jedoch mit einer Einigung zwischen Demokraten und Republikanern sowie "einer geordneten Einführung einer Haftungs- und Transferunion in Europa" - daher auch seine vergleichsweise konservative Prognose.
Unter Druck könnte der Goldpreis Proettel zufolge geraten, wenn die Staaten auf ihre Goldreserven zurückgreifen würden, um die Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen. "Beispielsweise verfügt die US-Notenbank mit rund 8000 Tonnen Gold über mehr als das Dreifache der jährlichen Goldförderung", schreibt der Rohstoffexperte.

Interaktive Karte: Wo Goldsucher fündig werden

  • FTD.de, 26.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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