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Merken   Drucken   10.01.2012, 19:52 Schriftgröße: AAA

Börsenbericht: DAX legt dank Alcoa-Ausblick deutlich zu

Anleger haben die Bilanz des Aluminiumherstellers Alcoa erleichtert aufgenommen und dem deutschen Leitindex starke Gewinne beschert. Von der guten Stimmung am Aktienmarkt profitierte vor allem der Bankensektor.
Die Hoffnung auf eine gute US-Bilanzsaison hat an Europas Aktienmärkten Kauflaune ausgelöst und die Euro-Schuldenkrise in den Hintergrund gedrängt. Der DAX  stieg bei hohem Umsatz um 2,4 Prozent auf 6162 Punkte. Der EuroStoxx50  sowie die Indizes in Paris, Mailand und Madrid zogen ebenfalls jeweils um etwa 2,5 Prozent an. Auslöser der Käufe war die Bilanz des US-Aluminiumherstellers Alcoa , der sich trotz roter Zahlen im vierten Quartal zuversichtlich für die Branche äußerte. Dies habe enttäuschende Zahlen vom niederländischen Philips -Konzern und dem zweitgrößten deutschen Software-Konzern, der Software AG , verdrängt, sagte ein Händler.
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Als auffällig beschrieben Händler die hohen Umsätze im DAX, die erstmals seit Mitte Dezember klar über 3 Mrd. Euro kletterten. Wie lange allerdings die Kauflaune halten werde, sei fraglich. "Das kann sich schnell wieder in Luft auflösen", sagte ein Händler. Die Anleger beobachteten weiter die Euro-Schuldenkrise mit Argusaugen.
Hauptgesprächsthema war der Ausblick von Alcoa. Der Konzern gilt als Frühindikator für die US-Wirtschaft und macht traditionell den Auftakt der Berichtssaison in den USA. Der größte US-Alu-Produzent rechnet mit einem Anziehen der Aluminium-Nachfrage bei einer sinkenden Produktion. Das habe den Quartalsverlust in den Hintergrund rücken lassen, sagten Analysten. Alcoa legten in New York rund ein Prozent zu.
Die Ablenkung der Investoren von der Schuldenkrise bescherte vor allem den Finanzwerten eine Verschnaufpause - allen voran den Aktien und Bezugsrechten von Unicredit , die ihren Vortagesabsturz im Sog der Kapitalerhöhung weitgehend wieder gutmachten. Die Aktien stiegen um sechs Prozent auf 2,42 Euro, die Bezugsrechte an ihrem zweiten Handelstag gar um 81 Prozent auf 0,85 Euro. Unicredit - Muttergesellschaft der HypoVereinsbank und der Bank Austria - braucht das Geld, um eine von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde ausgemachte Liquiditätslücke von 8 Mrd. Euro Eigenkapital zu stopfen.
Auch im DAX waren Finanzwerte gefragt: Commerzbank -Papiere stiegen um 4,8 Prozent auf 1,23 Euro. Händler verwiesen auf Zuversicht des scheidenden Finanzvorstands Eric Strutz, die Kapitallücke von Deutschlands zweitgrößter Bank ohne staatliche Hilfe stopfen zu können. Die Aktien der Deutschen Bank gewannen gut vier Prozent. Auch in Paris zogen die Bankenwerte wieder deutlich an. Der Stoxx-Branchen-Index gewann 3,5 Prozent.
Ebenfalls gesucht blieben europaweit die Autowerte mit Kursgewinnen von drei bis rund sechs Prozent, was Händler auf gute Nachrichten von der Detroit Motorshow zurückführten. Schwergewicht Siemens  konnten von der guten Stimmung hingegen kaum profitieren. Die Titel gingen unverändert mit 75,75 Euro aus dem Handel. Finanzvorstand Joe Kaeser hatte der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, in den ersten beiden Quartalen werde es eine langsamere Entwicklung geben. Händlern zufolge belastete auch die Enttäuschung über Philips. Deren Aktien brachen in Amsterdam um 4,7 Prozent ein. Der Elektronikkonzern teilte mit, Umsatz und Gewinn würden deutlich geringer ausfallen. Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal will Philips am 30. Januar vorlegen.
Größter DAX-Verlierer waren die SAP -Aktien mit einem Abschlag von 1,4 Prozent. Hier drückte die Enttäuschung über die Software AG auf den Kurs. Der Konkurrent hatte nach einem schwachen US-Geschäft zum Jahresende seine Umsatz- und Gewinnziele verfehlt. Software AG brachen um 20 Prozent auf 24,25 Euro ein und drückten den TecDAX  insgesamt ins Minus. Der Index rutschte um knapp ein Prozent, während MDAX  und SDAX  2,5 beziehungsweise 1,1 Prozent zulegten.
23:52:04 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
DAX 6339,94    +0,38%  24.05
TecDAX 752,47    +0,08%  0.62
SDAX 4817,28    +0,29%  14.01
MDAX 10196,44    -0,34%  -35.08
Alcoa 8,63 USD   0,00%  0
Philips 14,31 EUR   +0,07%  0.01
Software AG 23,33 EUR   -0,04%  -0.01
Commerzbank 1,38 EUR   -1,99%  -0.028
SAP 45,79 EUR   -0,82%  -0.38
Siemens 68,58 EUR   +2,25%  1.51
  • Reuters, 10.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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  Euro 1,25124 USD  [-0.00225 -0,18%
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