Der DAX schloss 0,9 Prozent im Minus bei 6671 Zählern, der EuroStoxx50 sackte um 1,8 Prozent auf 2286 Punkte ab. An den US-Börsen ging es nur leicht bergauf. Dort mussten die Anleger unter anderem durchwachsen ausgefallene Konjunkturdaten verarbeiten. So sank der Konjunkturindex der Federal Reserve von Philadelphia im April unerwartet stark. Auch der US-Absatz bestehender Eigenheime blieb im März hinter den Erwartungen zurück.
Spanien sammelte mit dem Verkauf zwei- und zehnjähriger Anleihen insgesamt 2,541 Mrd. Euro bei Investoren ein. Damit lag die Emission knapp über dem angepeilten Volumen. Die Durchschnittsrendite der zweijährigen Papiere sank gegenüber der vorangegangenen Auktion, während diejenige der zehnjährigen Titel auf 5,743 Prozent anzog. Die Emissionen waren 3,3- und 2,4-fach überzeichnet.
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Dass Spanien und deren Banken noch lange nicht über den Berg sind, war auch an den Ergebnissen der Caixabank abzulesen, die im ersten Quartal 2,4 Mrd. Euro auf faule Häuserkredite abschreiben musste. In Madrid büßten die Anteilsscheine des Geldhauses 2,2 Prozent an Wert ein. Auch andere europäische Finanzwerte gerieten - nicht zuletzt wegen der Gerüchte um Frankreich - in den Abwärtssog. Im DAX verloren die Papiere der Commerzbank 2,4 Prozent. Die Aktien der Deutschen Bank gaben 2,1 Prozent nach.
Für Verwirrung sorgte bei den Anteilsscheinen von Deutschlands größtem Geldhaus zudem ein Medienbericht, wonach die Bank im Sommer eine Kapitalerhöhung planen könnte. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, es werde keine Kapitalerhöhung erwogen. Der europäische Bankenindex schloss 1,4 Prozent niedriger und hat damit seit Monatsbeginn mehr als neun Prozent verloren.
Als Auslöser der Gerüchte um Frankreich nannten Börsianer eine Studie der Citigroup , der zufolge die Ratingagentur Moody's eine derartige Entscheidung im kommenden Herbst fällen könnte. Moody's hatte allerdings erst vor drei Tagen mitgeteilt, die Agentur plane vorerst keine Änderung der Bonitätsbenotung der zweitgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone.
Am Tag der Hauptversammlung waren die Aktien von Volkswagen das Schlusslicht im DAX und verloren 3,4 Prozent auf 127 Euro, wobei das Papier allerdings ex-Dividende gehandelt wurde. Angesichts der weltweit unsicheren Konjunkturlage stellen sich die Wolfsburger laut Konzernchef Martin Winterkorn nach einem fast 16 Mrd. Euro hohen Gewinn im vergangenen Jahr auf eine langsamere Gangart ein. Aufsichtsratschef Ferdinand Piech stellte bei der Versammlung zudem den Aktionären seine Frau Ursula als Kandidatin für den Aufsichtsrat vor.
Zu den größten Verlierern im Leitindex zählte auch Daimler mit einem Abschlag von 2,8 Prozent auf 40,85 Euro. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, das arabische Emirat Abu Dhabi bereite den Ausstieg seiner Fondsgesellschaft Aabar bei Daimler vor. Dagegen sagte ein Sprecher des Autokonzerns, dass es keine Erkenntnisse über eine Reduzierung der Anteile durch Aabar gebe.
Federn lassen mussten zudem die Papiere der Deutsche Börse mit einem Abschlag von 2,9 Prozent auf 47 Euro. Commerzbank-Analyst Roland Pfaender rechnet bei der Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal am 26. April mit einer schwachen Bilanz. Grund seien die mageren Handelszahlen in dem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr.
An der DAX-Spitze hielten sich derweil die Papiere von Beiersdorf mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent auf 51,61 Euro. Die Analysten der Exane BNP Paribas sehen den Nivea-Hersteller angesichts seines Umbau- und Einsparprogramms auf einem guten Weg. Sie stuften die Titel von "Neutral" auf "Outperform" hoch.
Quelle: Agentur