Apple-Gründer Steve Jobs zieht sich vorerst aus dem Tagesgeschäft zurück
Es ist schon eine erstaunliche Frage, die Jobs da dem Bloomberg-Journalisten stellt. Natürlich ist es wichtig. Alles: seine Krankheit, sein Versteckspiel und sein vorläufiger Rückzug.
Apple ist Jobs, und Jobs ist Apple. Da kann der Konzern zehnmal die Verdienste anderer Mitarbeiter herausstellen, von Jonathan Ive, dem Designer, bis zu Timothy Cook, dem operativen Chef. "Steve ersetzen?", sagt Cook denn auch selbst. "Kommen Sie, nein. Er ist unersetzlich."
Zu sehr ist Jobs Genie, zu sehr Autokrat. Noch wenige Monate bevor das iPhone auf den Markt kam, hat er das Design für die Außenhülle des Handys abgelehnt. "Ich kam an einem Montagmorgen rein und sagte: ,Ich liebe das Ding einfach nicht. Ich kann mich einfach nicht dazu zwingen, mich in das Ding zu verlieben‘", erzählte er vor einigen Monaten. Es sei die Hölle gewesen, dem Team zu sagen, dass die Arbeit eines ganzen Jahres umsonst gewesen sei.
Die Hölle, ja, aber so ist er eben. Ein notorischer Mikromanager, ein Perfektionist mit kompromisslosem Führungsstil. Er kümmert sich um alles: Bestimmt die Schraubenzahl am Notebook oder die Krümmung der Bildschirmecken. Und gleichzeitig kümmert er sich um nichts. Die gängige Meinung? Die Marktforschung? Ist ihm egal. Er weiß selbst, was die Leute wollen - oder wollen werden.
Mit seiner Herrschsucht hat er Apple zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Branche gemacht. Und eine Einheit aus Marke und Chef geschaffen, wie sie selten ist bei einem Konzern. Das heißt nicht, dass Jobs keine guten Leute neben sich erträgt. Apple hat viele starke Manager und kreative Köpfe, Leistungsträger wie Timothy Cook oder Jonathan Ive.