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Merken   Drucken   26.05.2009, 12:35 Schriftgröße: AAA

Infineon-Aufseher: Die Abschiede des Max Dietrich Kley

Sein Rückzug bei Infineon beendet eines der umstrittensten Aufsichtsratsmandate in Deutschland. Doch es wird wohl nicht das einzige Mal bleiben, dass Max Dietrich Kley "Auf Wiedersehen" sagt. von Angela Maier, Michael Gassmann
Zum Abschied will Max Dietrich Kley Normalität und Tatkraft suggerieren. "Es gibt bei Infineon keinerlei Missstimmung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat", sagt der Aufsichtsratsschef des krisengebeutelten Chipherstellers in einem "Welt"-Interview, das er zum Beweis gemeinsam mit Vorstandschef Peter Bauer  gibt. Und teilt beiläufig mit, dass er sich auf der Hauptversammlung im Februar 2010 nicht zur Wiederwahl stellt.
Dabei steht kaum ein Aufsichtsratschef eines deutschen Großkonzerns seit Jahren so andauernd in der Kritik wie der 68-jährige Kley. Kaum jemand, dessen Rückzug so häufig von Aktionärsvertretern gefordert wurde. Infineons  Milliardenverluste, die Insolvenz der Tochter Qimonda und immer wieder Managementwechsel - nur mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,03 Prozent entlastete ihn im Februar die Hauptversammlung. Doch selbst dieser Denkzettel entlockte Kley kein Wort der Selbstkritik.
Alles in Butter, sagt er stattdessen. Dabei ist es im Konzern ein offenes Geheimnis, dass sich der vor Selbstsicherheit strotzende Kley und der eher hölzern wirkende Bauer nicht grün sind. Die Wellen von Intrigen der letzten Jahre scheinen geglättet. Doch die Gerüchte über eine Fortsetzung der Machtkämpfe wollen nicht verstummen, allen Dementis zum Trotz.
Max Dietrich Kley ist auch  Schlichter in der deutschen ...   Max Dietrich Kley ist auch Schlichter in der deutschen Stromwirtschaft
Auch an anderer Stelle hat der schrittweise Rückzug des Multiaufsichtsrats, als Sohn eines Siemens -Vorstands quasi in die Managerelite hineingeboren, bereits begonnen. Dass er seinen Posten als Schlichter in der deutschen Stromwirtschaft verliert, ist Insidern zufolge nur eine Frage der Zeit. So heißt es bei einem großen Energieversorger, Kley habe seine Rolle als Moderator zwischen Stromwirtschaft und Politik kaum wahrgenommen.
"Es hat vor Monaten ein Gespräch auf höchster Ebene gegeben, das war's." Ex-Bundeswirtschaftsminister Michael Glos  hatte Kley im September 2008 beauftragt, die Chancen für eine einheitliche deutsche Netzgesellschaft zur Stromübertragung auszuloten.
Dieser Posten hat sich praktisch erledigt, nachdem der größte Netzbetreiber RWE  eine Beteiligung daran abgelehnt hatte. Auch EnBW  behält sein Stromnetz, während Eon  und Vattenfall  ihre Trassen verkaufen wollen - Kley spielt dabei keine Rolle. "Es fehlt nur noch eine förmliche Beendigung der Aufgabe von Herrn Kley", sagt ein Industrievertreter.
Zumindest das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hält Kley noch die Stange. Dort will er sich nach elf Jahren als Präsident zurückziehen - und wird doch bleiben dürfen: als Ehrenvorsitzender.
08:13:32 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Energie Baden-Württemberg 32,604 EUR   -2,90%  -0.974
    % 
Infineon 6,138 EUR   -1,79%  -0.112
Siemens 68,58 EUR   +2,25%  1.51
Eon 15,54 EUR   +1,50%  0.23
RWE 30,45 EUR   +1,55%  0.465
  • Aus der FTD vom 26.05.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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