Die Absicherung des Kernrisikos müsse dann aber auch klappen. "Wir brauchen Bedingungen, die funktionieren", sagte er. "Ich will mich im Schadenfall nicht darüber streiten, was ein Vermögenschaden ist, ob der versichert ist oder nicht, ob Rechtsverteidigung gedeckt ist und ich will mich nicht über Ausschlussinhalte streiten." Es müsse ganz klar in den Bedingungen festgeschrieben sein, was versichert ist und was nicht.
Nicht nur große Konzerne benötigen D&O-Policen. Zunehmend wollen auch kleine und mittlere Unternehmen die Deckungen für ihre Manager kaufen. Eine Lösung: D&O-Pools.
Dabei sammeln Makler ähnlich gelagerte D&O-Risiken verschiedener kleinerer Unternehmen und versuchen, sie zusammen bei einem Versicherer unterzubringen. Den versicherten Betrieben winken so Großhandelskonditionen.
Der Spezialmaker Hendricks hat jüngst einen D&O-Pool, in dem er rund 1800 Policen kleinerer Firmen zusammengefasst hat, beim Versicherer Chubb platziert. Solche Pools sind für die Makler ein hoch lukratives Geschäft: So strich Hendricks für seinen D&O-Pool rund 35 Prozent der Prämien für Provisionen und Dienstleistungsgebühren ein. Die Schadenquote gibt Hendricks ebenfalls mit 35 Prozent an.
Ende 2012 werden sich die Preise wegen einer bevorstehenden starken Schadenerhöhung wahrscheinlich verdoppeln. "Das habe ich meinen Kunden schon 2011 erkärt", sagte Michael Hendricks, Geschäftsführer des Maklers.
Mahnke von Siemens hält von den Pool-Lösungen für D&O-Risiken wenig. Für ein Unternehmen mit einer Größe wie Siemens spielen sie ohnehin keine Rolle. Managerhaftpflichtdeckungen seien hochkomplexe Produkte, sagte Mahnke. "Wenn sie D&O-Policen poolen, versuchen aus einem drei- ein eindimensionales Thema zu machen", sagte er. "D&O ist aber keine Gruppenunfallversicherung oder Kfz-Haftpflichtdeckung."