Kolumnen

Meinung A.D. April – Alles eine Frage der Liquidität

  • Foto von Axel Daffner
Das Wichtigste in Kürze
  • Nach der Krise ist vor der Krise
  • Ein Quartal Tapering für nichts
  • Der Motor für ein Upgrade?

Nach der Krise ist vor der Krise

Nach der Finanzkrise 2008 wurden weltweit verschiedene Regulierungen und Reformen eingeführt, um die Finanzmärkte stabiler zu machen und Banken zu stärken:

  • Dodd-Frank Act: Dieses Gesetz wurde 2010 in den USA verabschiedet und beinhaltet eine umfassende Finanzreform. Es zielt darauf ab, das Risiko von Bankpleiten zu reduzieren, indem es strenge Anforderungen an das Eigenkapital und die Liquiditätsvorschriften von Banken festlegt. Dodd-Frank hat auch die Aufsicht über die Kreditvergabe verschärft und es den Verbrauchern erleichtert, Finanzprodukte zu verstehen.
  • Volcker Rule: Diese Regel wurde als Teil des Dodd-Frank Act eingeführt und verbietet Banken, eigene Handelspositionen einzugehen oder in Hedgefonds und Private-Equity-Fonds zu investieren. Ziel ist es, das Risiko von Banken zu reduzieren und ihre Kunden zu schützen.

Nun sind Banken in Liquiditätsengpässe geraten und Kunden kommen nicht mehr uneingeschränkt an ihre Gelder. Täglich grüßt das Murmeltier. Eine der Gründe hierfür war die Lockerung der Regulierungen für kleinere Finanzinstitute in den USA, die nun teils ins Straucheln gekommen sind. Die Folgen für die Einleger bei den Kreditinstituten waren bisher vernachlässigbar – die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) hat Kunden ihre Guthaben bei jeder Bankenpleite bisher vollständig ausgezahlt, teils auch über die Einlagensicherungsgrenze von 250.000 USD hinweg. Doch Anleger von Bankaktien hatten 2022 ein furchtbares Jahr und das Sentiment in diesem Sektor erinnert mich stark an das Jahr 2008, in dem Banken schon als das Lava der Börse gehandelt wurden. Kursabstürze von über 90% im laufenden Jahr waren für regionale Banken in den USA keine Seltenheit. Silicon Valley, Silvergate, First Republic, Pac West oder Western Alliance haben Kurscharts, die an Altcoins erinnern: Ein hoch im November 2021 und ein dann ungebremster Absturz. Maßgeblicher Profiteur sind die amerikanischen Großbanken, die wie JP Morgan einerseits neue Einleger erhalten und wie bei der First Republic auch mal eine ganze Bank geschenkt bekommen, ohne die alten Eigentümer der Bank dafür wirklich auszahlen zu müssen – JP Morgan gewinnt wirklich immer.

 

Ein Quartal Tapering für nichts

Die FED war selbstverständlich stets mit an Bord und hat – wenn notwendig – immer wieder für die notwendige Liquidität gesorgt und damit im März wieder ihre Bilanz auf den Stand von Mitte Oktober 2022 gebracht – also über ein Quartal Tapering für nichts. Dass der schnellste Zinsanstieg der Finanzgeschichte nicht reibungslos verläuft, ist auch keine große Überraschung, zeigt aber auch wieder mal, dass selbst nach jeder erdenklichen Finanzkrise und den Konsequenzen daraus, immer eine neue kommen kann, die niemand so erwartet hat. Die Antwort auch auf diese Bankenkrise ist Verantwortung von Bankern auf Regulatoren zu übertragen. Dann kann ich ja zukünftig gleich ein Konto bei der Zentralbank eröffnen…

 

Der Motor für ein Upgrade?

Nach nun über 20 Jahren in der Finanzindustrie sehe ich aber erstmals wieder ein wirkliches Entwicklungspotenzial am Horizont: Die Tokenisierung der Finanzbranche. MiCa, Zukunftsfinanzierungsgesetz und viele weitere Gesetze haben das Ziel die Blockchain Technologie in der Finanzbranche zu ermöglichen – wenn aktuell auch nur in Europa. Parallel arbeitet jede Zentralbank an einer Digitalwährung. Ein echtes technologisches Upgrade ist hier in der Finanzbranche möglich, als würde man von 56K Modem direkt zu Glasfaser wechseln. Diverse schon oft zitierte Studien erwarten, dass bis 2030 bereits 10% des globalen BIPs als Token gehandelt werden und Institute, die nicht auf der Tokenisierungwelle reiten, untergehen werden. Wie die Blockchain Welt und die traditionelle Finanzwelt auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren kann man dieses Jahr schon beobachten. Ich bin sehr gespannt auf das was noch kommt und freue mich zu sehen wie sich die Blockchain Welt weiterentwickelt. Ich verabschiede mich mit einem Hinweis an alle Anleger: Achten Sie auf: Liquidität, Liquidität und Liquidität.

Über den Autor

Foto von Axel Daffner
Axel Daffner

Axel Daffner, Jahrgang 1973, ist Vermögensverwalter und geschäftsführender Gesellschafter der Pegasos Capital GmbH mit Sitz in München. Bevor er im Jahre 2012 zu Pegasos Capital stieß, war der diplomierte Betriebswirt nach seinem Abschluss zunächst als Unternehmensberater und anschließend als Portfoliomanager für eine ebenfalls in München ansässige Vermögensverwaltung tätig. Er berät seit Mai 2019 mit seinem Team den Blockchain Fonds ART Transformer Equities, der global in Aktien von Unternehmen investiert, die sich mit der Blockchain Technologie beschäftigen.

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