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Merken   Drucken   02.09.2011, 12:21 Schriftgröße: AAA

Computerhandel: US-Börsenaufsicht will Algotradern an den Code

Sie sollen für die berüchtigten Flash Crashs verantwortlich sein: Spekulanten, die mit Hilfe blitzschneller Computer an den Weltbörsen nach Gewinnen jagen. Die Forderung nach Herausgabe ihrer Formeln macht ihnen Angst. Denn sie trauen der SEC nicht. von Frank Bremser 
US-Regulierungsbehörden haben mehrere High-Frequency-Handelsfirmen, so genannte Algotrader, aufgefordert, ihnen Details zu ihrer Handelsstrategie und in einzelnen Fällen auch ihre geheimen Computercodes zu liefern.
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Algotrader arbeiten mit hochkomplexen mathematischen Modellen und Hochleistungscomputern. Dabei ist der entscheidende Faktor die Geschwindigkeit. Die Rechner geben innerhalb von Sekunden Tausende Handelsaufträge und reagieren einzig auf die Signale, die ihnen die mathematischen Modelle liefern. Fundamentale Daten oder andere Einzelheiten zu dem gehandelten Wertpapier spielen keine Rolle.
Der computergesteuerte Handel hat in den vergangenen Jahren eine große Bedeutung erlangt. Der geschätzte Anteil am Handelsvolumen liegt derzeit in New York bei 70 Prozent, an der Deutschen Börse bei 40 Prozent. Bei Währungen beträgt er global etwa 45 Prozent.
Serverplätze vermieten Die Systeme sind so ausgereift, dass es für die Börsenbetreiber ein gutes Zusatzgeschäft geworden ist, Plätze neben den eigenen Server zu vermieten. Denn aufgrund der Geschwindigkeit der Deals liegen Welten zwischen Firmen, deren Rechner etwa direkt neben den Zentralrechnern der Deutschen Börse stehen, und Firmen, deren Computer in der Frankfurter Innenstadt positioniert sind.
Algohandel ruft zwiespältige Reaktionen hervor. Befürworter betonen, dass die Systeme die Liquidität und Handelbarkeit an den Märkten entscheidend erhöhen. Kritiker warnen jedoch, dass durch diese System Herdentriebe entstehen können und es zu irrationalen Kursbewegungen kommen kann. In der jüngsten Vergangenheit soll es mehrere kurzzeitige Börcencrashs gegeben haben, die durch Algotrading ausgelöst wurden. Bekanntestes Beispiel ist der sogenannte Flash Crash an der Wall Street im Mai 2010, als binnen Minuten Aktien teilweise vollständig ihren Wert verloren.

"Das ist kein Angelausflug"

  • FTD.de, 02.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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