Die State Bank of India ist das größte Bankinstitut des Landes
Das Wirtschaftswachstum in Indien hat sich verlangsamt, gleichzeitig ist die Inflation vergleichsweise hoch, ebenso die Zinsen. Etliche Kreditnehmer haben daher Zahlungsschwierigkeiten. Das trifft die staatlich kontrollierten Banken härter, weil sie für rund 70 Prozent der Kreditvergabe in dem Land stehen. Auf die State Bank of India allein entfällt fast ein Fünftel aller ausstehenden Darlehen. Viele davon hat sie auf Betreiben der Regierung an eher bonitätsschwache Schuldner wie Bauern vergeben.
Das, gepaart mit einer sich zwar verlangsamenden, aber immer noch beträchtlichen Nachfrage nach Krediten, hat die Kapitalbasis der Bank angegriffen. Die Regierung will daher Geld nachschießen. Finanzchef Gupta sagte jedoch der Nachrichtenagentur Reuters, das Geldhaus werde im neuen Finanzjahr, das am 1. April beginnt, weiteres Geld aufnehmen müssen, womöglich vom Staat: "Wir werden sehen müssen, ob die Regierung mehr Geld gibt."
Einige andere staatlich gelenkte Institute wie die Punjab National Bank sollen ebenfalls Geld vom Staat erhalten. Der Trend könnte anhalten: Die Zentralbank schätzt, dass der Anteil fauler Kredite am Gesamtvolumen im schlimmsten Fall binnen zwei Jahren auf bis zu 5,8 Prozent klettern könnte, von 2,8 Prozent im vergangenen September. "Wir erwarten, dass der Schmerz bei der Kreditqualität noch einige Quartale anhalten wird, besonders bei den staatlich kontrollierten Banken", sagte J. Venkatesan, Fondsmanager bei Sundaram BNP Paribas Asset Management, Reuters.