In Mexiko-City treffen sich am Wochenende die Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten. Dort wird es auch darum gehen, dem IWF neue Mittel zu verschaffen. Mitte Januar hatte der Währungsfonds eine Erhöhung seiner finanziellen Schlagkraft um bis zu 600 Mrd. Dollar angemahnt, um im Notfall und in globalen Krisen bereit zu stehen. Wegen der Schuldenkrise fordern vor allem die Europäer eine Aufstockung. Derzeit befinden sich 386 Mrd. Dollar in der Kriegskasse.
Die Machtverteilung im IWF
Der Großteil der Krisenhilfen und vorbeugenden Kreditlinien ist derzeit in Europa gebunden. Die Euro-Länder wollen 150 Mrd. Euro über bilaterale Kredite den IWF beisteuern, wovon Deutschland über die Bundesbank 41,5 Mrd. trägt.
Japan erwägt, sich mit rund 50 Mrd. Dollar zur Aufstockung beizusteuern. Nippon werde diesen Betrag aber noch nicht auf dem G20-Treffen bekannt geben, schrieb die Zeitung "Asahi Shimbun" am Donnerstag. Bei dem Gipfel wolle Japan zunächst einmal ausloten, welche Summen die anderen Länder auf den Tisch legen wollen.
Die Amerikaner haben bereits abgewunken. Die USA, die selbst mit ausufernden Defiziten kämpfen und sich im Vorwahlkampf befinden, sehen die Europäer in der Pflicht. Auch andere G20-Länder warten ab und erklären, die Europäer seien am Zug und müssten selbst noch mehr Geld in die Hand nehmen.
Aufstrebenden Top-Mächten wie China und Brasilien geht es auch um mehr Macht im einflussreichen Weltwährungsfonds. In den vergangenen Jahren haben sich die Schwerpunkte bei den G-20 und im IWF etwas verschoben. Die einstigen Großmächte USA und EU sind zu Bittstellern bei den aufstrebenden Staaten geworden.
(Mit Agenturen)