Das Geschäft von Richemont floriert. Vor allem in Schwellenländern sind die Statussymbole der Schweizer gefragt. von Alois Lehner
Ob Schmuckkollektion von Cartier oder Uhr von IWC - Waren des Schweizer Luxusgüterunternehmens Richemont sind trotz Staatsschuldenkrise gefragt wie selten, vor allem in den aufstrebenden Ländern Asiens. Denn in China nimmt die Kaufkraft ebenso wie in anderen Schwellenländern rasant zu, dort ist zudem der Hang zu Statussymbolen ausgeprägt.
Die gute Entwicklung in Asien belegen die jüngsten Zahlen: Im bis Ende Dezember laufenden dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 steigerte Richemont den Umsatz um 24 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro. Im Raum Asien-Pazifik ohne Japan kletterten die Einnahmen überproportional um 36 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro.
Die Region ist schon jetzt vor Europa der umsatzträchtigste Markt der Edelfirma. Wie bei fast allen großen Luxusgüterherstellern ist China dabei der Wachstumstreiber: Die Volksrepublik ist mit einem Anteil von zehn Prozent bereits in die top drei im Umsatzranking von Richemont aufgerückt; hinter Hongkong, fast schon gleichauf mit den USA und vor Japan.
Klar ist jedoch auch, dass der Erfolg nicht umsonst zu haben ist: Höhere Marketing- und Vertriebsaufwendungen beschränkten zuletzt das Margenwachstum. Dennoch soll das Expansionstempo beibehalten werden, wie Finanzchef Gary Saage sagt. Rund sieben Prozent des Umsatzes sind für Investitionen in den Ausbau von Vertrieb und Marketing reserviert.
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Doch wie können sich die Schweizer bei schwächelnder Weltkonjunktur schlagen? Patrick Hasenböhler, Analyst bei der Bank Sarasin, geht zwar von einer Verlangsamung der Wachstumsraten aus: "Einen Einbruch im Luxusgütersegment sollte es aber nicht geben." Dafür sorge vor allem die nachhaltige Nachfrage aus Asien. Allerdings bleibt die chinesische Wirtschaft das Zünglein an der Waage: Schwächt sich diese stark ab, hätte das wohl auch Folgen für die Richemont-Aktie. Ende September vorigen Jahres sorgte denn auch eine Umfrage für starken Druck auf die Luxusgütertitel: Nach Meinung der befragten Investoren wird das chinesische Wirtschaftswachstum bis 2016 auf unter fünf Prozent sinken. Hasenböhler mahnt deshalb zwar etwas zur Vorsicht, verweist aber zugleich auf das gute Markenportfolio des Konzerns.
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