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Merken   Drucken   13.11.2011, 09:00 Schriftgröße: AAA

Ansichten eines Profiinvestors: "Bernanke ist der schlechteste Notenbanker überhaupt"

Top-Rohstoffinvestor Jim Rogers kritisiert den Ankauf von Staatsanleihen durch Notenbanken heftig und fürchtet eine Inflation. Im Anlegermagazin Börse Online gab er für Sparer ganz besondere Ratschläge.
© Bild: 2011 Brendan McDermid / Reuters
Interview Top-Rohstoffinvestor Jim Rogers kritisiert den Ankauf von Staatsanleihen durch Notenbanken heftig und fürchtet eine Inflation. Im Anlegermagazin Börse Online gab er für Sparer ganz besondere Ratschläge. von Sebastian Ertinger
Suite 404 eines Frankfurter Edelhotels. Die Herbstsonne scheint durchs Fenster. An einem großen Holztisch sitzt Jim Rogers. Um ihn herum stehen leere Getränkeflaschen und Kaffeebecher. Im Gespräch wischt er ermattet über seine Augen. Wie so oft ist Rogers auf Werbetour – für Rohstoffzertifikate.
Herr Rogers, nach der Finanzkrise rutscht die Welt in eine Staatsschuldenkrise. Sind Sie überrascht?
Auf lange Sicht führt die Fed-Politik zu ...

 

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Jim Rogers: Nein, überhaupt nicht. In den USA haben wir mit Ben Bernanke den schlechtesten Notenbanker überhaupt. Wir gaben ihm die Notenpresse in die Hand, und nun druckt er Geld. Wir bezahlen bereits einen hohen Preis, und wir werden einen noch höheren zahlen müssen.
Was ist der Preis?
Jim Rogers: Inflation, scheiternde Regierungen, Staatspleiten. Wir verschieben die Probleme in die Zukunft. Die Bilanz der US-Notenbank Fed ist aufgebläht – mit Müll. Das löst nicht unsere Probleme.
Und wie steht es um Europa?
Jim Rogers: Europa ist noch etwas besser dran. Was mich überrascht: Der Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank hätte früher niemals die Zustimmung Deutschlands gefunden. Die gesamte Nation wäre in den Grundfesten erschüttert gewesen. Aber was machen Europas Regierungen heute? Sie sagen zu guten Deutschen, Finnen oder Holländern: Zahlt für die Banken. Zahlt für ein paar Leute, die am Strand liegen und Ouzo trinken.
Was raten Sie in dieser Lage den Anlegern?
Jim Rogers: Ich selbst stehe lieber auf der Seite der Gläubiger wie China anstatt auf der Seite der Schuldner wie den USA – auch wenn China sicher ebenfalls Probleme hat. Zudem halte ich gern reale Werte in der Hand: Rohstoffe. Die Ressourcen sind knapp. Der Bedarf wächst, besonders bei Agrargütern.

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  • boerse-online.de, 13.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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