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  FTD-Serie: Die Top-Ökonomen

Es gibt kaum eine heiße wirtschaftspolitische Debatte oder kluge ökonomische Analyse, in der ihr Name nicht fällt: Joseph Stiglitz, Kenneth Rogoff und Jagdish Bhagwati bilden mit einem guten Dutzend weiterer Top-Ökonomen einen einzigartigen Think Tank. So konträr ihre Ansichten auch sein mögen: Sie schreiben für eine exklusive Serie, die die FTD in Zusammenarbeit mit der internationalen Public-Benefit-Organisation 'Project Syndicate' veröffentlicht.

Merken   Drucken   20.12.2011, 12:15 Schriftgröße: AAA

Top-Ökonomen: Daniel Gros - Europa, nimm kein Geld von Fremden!

Ein großer Zustrom an Rettungsgeld aus China, vom IWF oder sonst woher schadet mehr, als er dem Kontinent nutzt. Es würde den Wechselkurs des Euro nach oben drücken und die Erholung in den Krisenländern erschweren.
© Bild: 2010 ftd.de
Kommentar Ein großer Zustrom an Rettungsgeld aus China, vom IWF oder sonst woher schadet mehr, als er dem Kontinent nutzt. Es würde den Wechselkurs des Euro nach oben drücken und die Erholung in den Krisenländern erschweren. von Daniel Gros
Daniel Gros ist Direktor der Brüsseler Wirtschaftsdenkfabrik Centre for European Policy Studies

Die europäischen Politiker verweisen gern auf die Stärke der Euro-Zone: Sie hat im Vergleich zu den Vereinigten Staaten ein deutlich niedrigeres Fiskaldefizit (vier Prozent des BIPs gegenüber nahezu zehn Prozent des BIPs in den USA) und weist anders als die USA kein Zahlungsbilanzdefizit auf. Anders ausgedrückt: Die Währungsunion verfügt über ausreichend Ersparnisse, um die Haushaltsdefizite aller Mitgliedsstaaten zu finanzieren und ihre Schuldenprobleme zu lösen.
Soll China Europa aus der Krise helfen?

 

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Doch trotz dieser relativen Stärken scheinen die Führer der Europäischen Union unfähig, die Staatsschuldenkrise der Euro-Zone zu lösen. Obwohl Treffen auf Treffen folgt, ist es ihren Staats- und Regierungschefs und Finanzministern bisher nicht gelungen, die Märkte zu beruhigen. Deshalb rufen Europas Politiker den Internationalen Währungsfonds und asiatische Investoren zu Hilfe.
Das ist angesichts der Gründe, aus denen sich die Euro-Krise trotz ausreichender Finanzmittel stetig verschlimmert hat, der falsche Weg. Das zentrale Problem ist die Verteilung der Ersparnisse innerhalb der Euro-Zone. Die Länder nördlich der Alpen haben überschüssige Ersparnisse, aber die nordeuropäischen Sparer sind nicht bereit, verschuldete südeuropäische Länder wie Italien, Spanien und Griechenland zu finanzieren.
Darum ist der Risikoaufschlag für italienische und andere südeuropäische Schuldtitel zwischenzeitlich auf fünf Prozent gestiegen, und die Bundesrepublik kann gleichzeitig kurzfristige Anleihen mit negativer Realverzinsung auflegen. Das Problem hinter dem Problem ist die Abneigung der Nordeuropäer, bei ihren südlichen Nachbarn zu investieren.
Die Bundesregierung könnte dies ändern, wenn sie bereit wäre, für alle Schulden Italiens, Spaniens und der übrigen Euro-Zone zu bürgen. Aber das will sie aufgrund des damit verbundenen hohen Risikos verständlicherweise nicht.
Auch die Europäische Zentralbank könnte bei der Lösung des Problems helfen, indem sie zustimmt, Schuldtitel aufzukaufen, die an den Finanzmärkten keine Abnehmer finden. Doch wie die Bundesrepublik ist die EZB verständlicherweise von dieser Lösung nicht gerade begeistert. Also bleibt es beim Patt, und die Krise verschärft sich.

Teil 2: China würde politische Gegenleistungen erwarten

  • FTD.de, 20.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 20.12.2011 21:12:03 Uhr   Mwaj: MWAJ

    Noch was vergessen:

    Das ein stärkerer EURO vielen EU Ländern schaden würde ist nur zum teil richtig und mittels SDRs
    (fiktive Währung des IWF) lösbar. Selbst wenn der EUIRO stärker werden würde wäre dies halb so schlimm. Mann muss gewisse Probleme in relation zueinander sehen. Schlimmer für Exportabhängige Unternehen ist eine Starke volatilität der Währung(en) als ein zu hoher Wechselkurs. Gute Ware findet immer seinen Abnehmer. Z.b. der Luxusmarkt leidet zu krisenzeiten tendenziell weniger als andere Branchen. Deutsche Autos haben z.B. auch jetzt nicht so ein Problem auf dem Weltmarkt. Der beste Überlebt dann..zurecht und Gerechterweise.

    Sollte man wissen...Ihr Top-Ökonomen ihr ..Pah! ;)

  • 20.12.2011 20:54:58 Uhr   Mwaj: MWAJ
  • 20.12.2011 17:20:42 Uhr   Toni-Ketzer: "Schwarzer Peter" in festen Händen...
  • 20.12.2011 16:12:37 Uhr   Strange: Nordländer haben überschüssiges Geld?
  • 20.12.2011 15:26:30 Uhr   Felix: haben genug Erspartes
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