Nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland ist der DAX um 2,2 Prozent abgestürzt. Der Euro Stoxx 50 fiel zeitweise um 1,8 Prozent. Unter den schwächsten Werten waren Deutsche Bank (minus 3,4 Prozent), VW (minus 3,2 Prozent) und Commerzbank (minus 3,1 Prozent).
Die Furcht vor einer Abkehr beider Länder vom bisherigen Sparkurs drückte den Euro in der Nacht zum Montag auf ein Dreimonatstief von 1,2955 Dollar. Bis zur Handelseröffnung in Frankfurt erholte sich die Gemeinschaftswährung etwas und kletterte über die Marke von 1,30 Dollar.
Auf der Suche nach einem sicheren Hafen schichteten Anleger ihr Geld in Bundesanleihen um: Der Bund-Future erreichte mit 142,40 Punkten ein Rekordhoch. Die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen, die sich entgegengesetzt zu den Kursen bewegen, fielen auf bis zu 1,552 Prozent - ein Rekordtief.
"Die europäische Politik wird nach den Wahlen vom Sonntag schwieriger werden", kommentierte der Commerzbank-Analyst Christoph Rieger. Zwar sei der Wahlsieg des Sozialisten François Hollande bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich weithin erwartet worden. Doch "die politische Lage in Griechenland ist höchst unsicher", schrieb Rieger. Bei der Parlamentswahl in Athen erhielten die beiden größten Parteien, die konservative Nea Demokratia (ND) und die sozialistische Pasok, zusammen lediglich 32 Prozent der Stimmen. Für die Bildung einer Mehrheitsregierung fehlt ihnen ein Sitz im Parlament.